Stadt öffnet eine zweite Impfstelle
05.11.2009 | 09:30 Uhr 2009-11-05T09:30:00+0100
Düsseldorf. Bereits am Morgen begann der Ansturm auf die städtische Impfstelle an der Erkrather Straße 345. Die Menschen standen bis zur Straße an. In nur vier Stunden ließen sich 650 Düsseldorfer gegen die Schweinegrippe impfen. Möglichst schnell soll eine zweite Anlaufstation eingerichtet werden.
Die Ärzte von der städtischen Impfstelle hatten in Sachen Schweinegrippe-Impfung bisher viel zu tun: Sie spritzten das Mittel Pandemrix im Minutentakt, im Akkord. Bis zum Abend insgesamt 1214 Mal - so oft wie an keinem Tag zuvor. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Heiko Schneitler, wird sich darüber freuen. Gerade er ist ein großer Befürworter der Schutzimpfung. Einen derartigen Andrang hatte es zuletzt bei den öffentlichen Polio-Impfungen in den 1960-er Jahren gegeben, als mehrere Fälle von Kinderlähmungen in der Landeshauptstadt für Unruhe sorgten.
Räume mittlerweile zu klein
Die Zahl derjenigen, die sich gegen den H1N1-Virus impfen lassen wollen, wird weiter zunehmen. Die Räumlichkeiten an der Erkrather Straße sind längst zu klein, die bis zu einstündigen Wartezeiten werden von nicht wenigen als Zumutung gesehen, „obwohl die meisten ganz geduldig bleiben”, betont Rathaus-Sprecher Michael Bergmann.
Doch keiner soll zu lange warten. In einer benachbarten Halle eines früheren Kfz-Betriebes wird deshalb möglichst schnell, vielleicht schon im Verlauf des morgigen Tages, eine zweite Impfstelle mit weiteren acht Patienten-Kabinen geöffnet, um die Wartezeiten auf maximal 15 Minuten zu verkürzen. „Es müssen noch die Stromanschlüsse installiert werden. Dann kann es losgehen”, kündigt Bergmann an. In der zweiten Impfstation werden ebenfalls vier Ärzte tätig sein.
Die Stadt rät allen, die zur Impfstelle wollen, zuvor das erste Beratungsgespräch mit dem Hausarzt führen. Das spart Zeit.
Heute erhält die Gesundheitsbehörde weitere 6000 Dosen des Medikamentes Pandemrix - dieser Vorrat soll für die nächsten sieben Tage reichen.
Zahl der Infektionen nimmt zu
Die Zahl der Infektionen nimmt inzwischen deutlich zu. 71 waren es in den letzten sieben Tagen. Seit Mai erkrankten 528 Düsseldorfer an Schweinegrippe. Hinzu kommen etwa 70 Verdachtsfälle. In einer Grund- und in einer Hauptschule wurden einige Klassen geschlossen. Dies entscheidet aber jeweils die Schulleitung, nicht das Gesundheitsamt.
Ob solche Schließungen überhaupt Sinn machen, ist schwer zu beantworten. „Im Moment rollt die Welle. Sie können weitere Ansteckungen gar nicht mehr verhindern”, gibt Bergmann zu bedenken. Der beste Schutz sei derzeit die Impfung.
0mitdiskutieren