Spaßbremsen müssen ins Exil
15.11.2009 | 22:26 Uhr 2009-11-15T22:26:00+0100
Prinz Markus I. aus Hilden will alle Langweiler der Stadt bis Aschermittwoch nach Düsseldorf verbannen
Das schönste, das schallendste „Helau!" von ganz Hilden, das hat der neue Prinz Hildanus Markus I. Beim prächtigen Einzug in die Hildener Stadthalle mit seiner Prinzessin Hildania Simone I und dem Hofstaat übertönt seine Tollität Markus spielend das Tambourcorps Hilden-Süd und das Fanfarencorps Langenfeld. „Helau!" - bei Prinz Markus hat das mindestens fünf Silben und weckt zuverlässig selbst die Narren auf, die durch ausgedehnten Genuss von Speisen und Getränken schon ermattet sind.
Prinzengarde wurde neu aufgestellt
Zum ersten Mal wird der Einmarsch des Prinzenpaares unterstützt durch die neu aufgestellte Prinzengarde der Stadt Hilden, eine Handvoll Jecke in grünroten Uniformen, die der Zeit des Alten Fritz angelehnt sind. Ernst de Clerque von den Hildener Musketieren hat in den letzten Monaten mit viel Aufwand und Engagement diese Truppe zusammengestellt und das Ergebnis kommt im Saal gut an. Mit so viel Glanz kann der Einmarsch nur gelingen.
Die Prinzenkürung ist Aufgabe des Bürgermeisters Horst Thiele (SPD), der mit Markus Herwig einen Prinzen in sein Amt einführt, den man im Hildener Brauchtum kennt. Prinz Markus I war vor genau dreißig Jahren Kinderprinz und ist damit der erste, der „großer" Prinz wird. Er stammt aus einer karnevalistischen Familie, ist selbst aber in anderer Funktion besser bekannt: „Den kennt man hier in der ganzen Gegend mit seinem Kinderkarussell", so Dieter Arnold vom Carnevals Comitee Hilden. Bürgermeister Thiele nennt den Prinzen deshalb „Karussellprinz".
Die Rede des Prinzen, seine erste Amtshandlung, hält Prinz Markus I frei, im persönlichen Ton und mitreißend, allerdings nicht gereimt: „Ich verspreche Euch, Prinzessin Simone und ich werden alles tun, damit wir alle so richtig Spaß kriegen."
Er verfügt, dass 5-Euro-Scheine aus Gummi gemacht werden sollen, damit man sie bis auf 10 Euro dehnen kann. Langweiler und Spaßbremsen schickt der Prinz bis Aschermittwoch ins Exil nach Düsseldorf; ein Seitenhieb, der bei den Hildenern gut ankommt.
Charisma? Dieser Prinz hat Hochdruck. Sein Auftritt ist geprägt von übersprühendem Wesen, von weit ausladender Gestik, von Rede, die keine Rücksicht kennt auf Stimme und Blutdruck. Die Hildener Jecke sind zufrieden: überzeugend und glaubwürdig, nicht nur das prächtige „Helau!"
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