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Spaß, Romantik und Genuss beim Erdbeerpflücken in der Großstadt

25.05.2012 | 22:00 Uhr
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Erdbeeren pflücken geht auch in Düsseldorf.

Düsseldorf.   Nicht nur auf dem Land, auch in einer Großstadt wie Düsseldorf kann man sich nun die leckersten Erdbeeren selbst rauspicken. Frisch vom Feld in den Mund – das ist ein Spaß für Groß und Klein, Jung und Alt. Die erfahrenen Pflücker wissen zudem, wo es die süßesten Früchtchen gibt.

Erdbeeren selber pflücken in einer Großstadt wie Düsseldorf – geht nicht? Geht doch. Zugegeben, die roten Früchtchen wachsen nicht gleich zwischen Kö und Altstadt. Aber auf einem Feld in Wittlaer, Nähe Froschenteich. Seit Dienstag kann man sich hier die leckersten Beeren selber rauspicken – und das ist ein Spaß für Groß und Klein, Jung und Alt.

„Wir sind spät dran dieses Jahr“, sagt Verkäuferin Zaide Kazali. „Aber vorher war das Wetter zu schlecht.“ Seit die Sonne sich von ihrer strahlendsten Seite zeigt und Temperaturen die 20-Grad-Marke weit hinter sich gelassen haben, kommen die Erdbeerfans von nah und fern. So wie Heidi und Nina Reimers. „Wir kommen schon seit Jahren“, sagen Mutter (67) und Tochter (37) einhellig. Heidi Reimers gerät gar ins Schwärmen, erzählt von der „Romantik“, die Erdbeeren selber zu pflücken, und dem „Genuss, sie auf dem Feld zu probieren“. „Sie schmecken sehr gut“, findet auch Tochter Nina.

Das Runde muss ins Eckige

Offenbar so gut, dass nicht nur Düsseldorfer kommen, sondern auch Menschen aus Duisburg, Krefeld oder dem Kreis Mettmann, wie die Autokennzeichen am Rand des Feldes verraten. „Am Wochenende ist hier die Hölle los“, weiß die 43-jährige Zaide Kazali. Dann wird auf dem Feld, das in etwa so groß ist wie vier Fußballfelder, gezupft und gezogen was das Zeug hält.

Zeit für Erdbeerkuchen

Das Runde muss ins Eckige. Schon nach wenigen Minuten laufen die Körbchen von Jakob, Johannes und Emil über. Der sechsjährige Johannes kann noch so geschickt stapeln: die Beeren kullern links und rechts hinunter. Da hilft nur eins: Ab in den Mund mit den süßen Früchten. Denn probieren ist natürlich erlaubt. „Ein paar“, betont Zaide Kazali und lacht.

Spannend für Stadtkinder

„Guck mal hier“, ruft der dreijährige Jakob und streckt eine Erdbeere in die Luft, die so groß ist, dass seine kleine Hand sie kaum fassen kann. „Haben sie so eine große Erdbeere schon mal im Supermarkt gesehen?“, fragt Anastasia Fiedler und schickt die wenig überraschende Antwort gleich hinterher. „Wir kommen jedes Jahr hierher“, sagt die Mutter von Jakob und Johannes und zählt die Vorteile der selbst gepflückten Beeren auf: „Sie sind preiswerter und nicht so sauer wie die im Laden, und man kann selber wählen.“ Für Kinder sei das Pflücken außerdem nicht nur ein großer Spaß, sondern auch lehrreich, findet die 40-Jährige. „Für Stadtkinder ist das doch total spannend. Hier gibt es Erdbeeren zum Anfassen. Viele denken, die kommen aus dem Supermarkt.“

Endstation Kochtopf

Den langen Weg durch halb Europa, den viele Beeren dort oft hinter sich haben, schaffen die Wittlaerer Früchte nicht. Wenn sie nicht sofort vernascht werden, landen die meisten kurzerhand auf dem Kuchen oder im Topf. „Meine Frau macht viel Marmelade“, erzählt Manfred Denis, während seine kleine schwarze Kiste immer voller wird. „Heute morgen habe ich schon eine Stiege mit nach Hause gebracht. Als meine Frau die Erdbeeren gesehen hat, hat sie mich gleich noch mal losgeschickt. Während sie mit meiner Tochter auf der Terrasse sitzt, muss ich hier arbeiten“, sagt der 77-Jährige und lacht.

Beste Beeren unterm Stroh

Seit vielen Jahren kommt er regelmäßig vorbei um die leckersten Früchte zu ernten. Dabei hat er sich zum wahren Erdbeerexperten entwickelt: „Die unterm Stroh sind am besten. Dort hält sich die Wärme. Die sind zuckersüß.“ Der Selbsttest zeigt: Der Mann hat Recht. Zufrieden schleppt Manfred Denis später seine Kiste Richtung Auto. 25 Euro hat er bezahlt für knapp acht Kilo Erdbeeren, die er in einer halben Stunde gesammelt hat. „Da habe ich 20 Euro verdient“, rechnet er im Vergleich mit Supermarktpreisen vor. Erlebnis und Geschmack sind im Preis inbegriffen.

Von Andreas Bartel

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