Sparkassen-Chef bleibt stur, der OB lässt sich das nicht bieten

Arndt Hallmann bleibt hart: Der Sparkassen-Chef will vom Jahresgewinn der Stadtsparkasse nichts an die Stadt ausschütten. Doch die kann das Geld dringend gebrauchen, wurde diese Woche doch bekannt, dass Düsseldorfs Ersparnisse aufgebraucht sind und ein Loch in der Stadtkasse klafft. 26,5 Millionen Euro wollte Oberbürgermeister Thomas Geisel von der Stadtsparkasse haben, schlug dann einen Kompromissbetrag von 22,5 Millionen Euro vor. Unterstützt wird diese Summe auch von der zuständigen Finanzaufsicht (NRZ berichtete). Auch langjährige Berater der Stadtsparkasse sollen zu einer Ausschüttungen tendieren.

Doch Hallmann will nicht. Und hat die Mehrheit des Verwaltungsrates an seiner Seite: Die CDU, die sich bei der Sitzung am kommenden Freitag gegen eine Ausschüttung aussprechen wird, und die Arbeitnehmer-Vertreter, die nach NRZ-Informationen inzwischen Gespräche mit dem OB ablehnen. OB Geisel als Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrates wird sich also kommenden Freitag mit seiner Forderung nach Ausschüttung an die Stadt eine Abfuhr im Gremium holen. Dass er das auf sich sitzen lassen wird ist unwahrscheinlich: In seiner Funktion als Oberbürgermeister kann er den Verwaltungsrats-Beschluss beanstanden, unter anderem weil die Entscheidung zum Schaden der Stadt Düsseldorf ist. Die ist immerhin Gewährträger der Stadtsparkasse.

Warum Hallmann die harte Tour gegenüber der Stadt fährt ist unklar. Sein Ego soll dabei eine Rolle spielen, heißt es. Klar ist: Zu verlieren hat er nichts: Sein Vertrag, es soll das zweithöchste Sparkassen-Gehalt in NRW sein, läuft Ende 2017 aus. Wird der nicht verlängert oder gar vorzeitig aufgelöst, bekommt Hallmann ein wunderbares Ruhegeld: Die Rede ist von 300 000 Euro – pro Jahr. Dass man sich da gefahrlos mit dem OB und der politischen Mehrheit im Stadtrat anlegen kann, ist daher nachvollziehbar...

Unterdessen gehen die Anstrengungen Geisels bei der Stadtverwaltung weiter: Er muss strukturelle Sparmaßnahmen anpacken. Und tut dies auch. Genau das hatte sein Vorgänger, CDU-Mann Dirk Elbers, nicht getan. Deshalb läuft Düsseldorf Gefahr nun in die Miesen zu rutschen. Die Dezernenten müssen Zielvorgaben vorlegen, im August wird sich die Politik mit den Sparvorschlägen und Sparmöglichkeiten bei Klausuren beschäftigten.

Bereits kommende Woche wird es Ergebnisse zur städtischen „Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH“ (DMT) geben, bei der es fast 100 Planstellen gibt. Seit Wochen haben Mitarbeiter von Boston Consulting die DMT durchforstet. Ergebnisse werden derzeit im engsten Kreis beraten – dann kommt es zu Schlussfolgerungen und Konsequenzen. Mehrere Optionen sollen auf dem Tisch liegen, unter anderem auch eine Fusion der DMT mit anderen städtischen Firmen, beispielsweise der „Düsseldorf Congress Sport & Event GmbH“ (DCSE). Sicher scheint, dass DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther gehen muss. Ihr Job stand schon vor der Prüfung von Boston Consulting auf der Kippe. Noch vor der Sommerpause, also kommende Woche, soll endgültig feststehen, ob und wie es mit der DMT weitergeht.