Das aktuelle Wetter Düsseldorf 7°C
Überfall in Hubbelrath

Spätes Geständnis und drei Urteile

13.11.2012 | 10:00 Uhr
Spätes Geständnis und drei Urteile

Düsseldorf. „Sie haben in verachtenswerter Weise Vertrauen missbraucht“, warf der Staatsanwalt dem Angeklagten vor. Der Kellner (41) wurde jetzt mit zwei weiteren Männern wegen des Raubüberfalls auf seinen Chef, den Geschäftsführer eines Hafenlokals, verurteilt. Er muss zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

Der 41-Jährige hatte lange seine Beteiligung an dem brutalen Überfall geleugnet. Doch schließlich räumte er ein, dass er von dem Überfall wusste und an dem Morgen seine Komplizen informierte, wer wann Geld am Firmensitz in Hubbelrath abliefern werde.

Pistole im Nacken

Mit fast 52 000 Euro, den Silvestereinnahmen von insgesamt vier Szenelokalen, war der Geschäftsführer am 2. Januar 2012 unterwegs gewesen. Auf dem engen Sauerweg wurde er von einem weißen Ford Kuga ausgebremst, zwei maskierte Männer zerrten ihn aus dem Wagen, hielten ihm eine Pistole in den Nacken und fesselten ihn. Anschließend verschwanden sie mit dem Geld.

Die Polizei kam schnell auf die Spur einiger Täter, die wiederum die übrigen Beteiligten nannten, insgesamt gab es sechs Täter: Den Organisator (37) und Fahrer des Ford Kuga, Stammgast des Hafenlokals, eine Freundin (35) sowie einen der maskierten Räuber (33) hat das Landgericht im Mai verurteilt: Dreieinhalb Jahre verhängte es für den Organisator, 21 Monate für die Frau, die den Fluchtwagen gemietet und Schmiere gestanden hatte, und viereinhalb Jahre für den maskierten Mann.

Jetzt wurde den übrigen Dreien der Prozess gemacht. Der zweite maskierte Mann (26) hatte seine Beteiligung ebenso zugegeben wie ein Taxifahrer (31), der als Fahrer mitwirkte. Nur der Kellner hatte sich erst spät zu einem Geständnis durchgerungen. Nach einem Rechtsgespräch hatte das Gericht ihm deutlich gemacht, dass nur bei einem Geständnis eine mildere Strafe als die Mindeststrafe von fünf Jahren möglich ist.

Der zweite maskierte Mann muss für dreieinhalb Jahre in Haft, der Taxifahrer kam mit einer Bewährungsstrafe von 19 Monaten davon. Das Geld ist bisher nicht wieder aufgetaucht.

Katharina Rüth



Kommentare
Aus dem Ressort
Düsseldorfer Rotlicht-Skandal - Freispruch für Prostituierte
Freispruch
Im Prozess um den Düsseldorfer Rotlichtskandal ist ein erstes Urteil verkündet worden: Eine Prostituierte wurde freigesprochen. Ihr habe keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden können, sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Landgerichts.
Hooligan würgt Polizisten - Haft wegen versuchten Totschlags
Gewalt
Die Bundespolizei spricht von einer "neuen Qualität der Gewalt": Ein Hooligan aus der Fanszene von Fortuna Düsseldorf hatte einen Beamten am Essener Hauptbahnhof bewusstlos gewürgt. Eine Mordkommission ermittelt. Am Freitag schickte ein Richter den 22 Jahre alten Beschuldigten hinter Gitter.
Vom Broadway nach Düsseldorf
Konzert
Nichts Geringeres als das Great American Songbook - die Klassiker des US-Jazz - hat sich Götz Alsmann für sein neues Album „Am Broadway“ vorgenommen, das er am 4. und 5. Dezember in Düsseldorf im Savoy Theater live vorstellen wird.
KunstAcker 144 – Flingern präsentiert kreatives Potenzial
Ausstellung
In das Hinterhofgebäude an der Ackerstraße 144 kehrt kurz vor der Kernsanierung noch einmal Leben ein. 15 Künstler aus Flingern sowie 20 Künstler mit psychischer Beeinträchtigung stellen dort bis zum 7. Dezember ihre Arbeiten aus.
Düsseldorfer Betriebe sind trotz stabiler Lage skeptisch
Studie
Obwohl sich die Auftragslage im ersten Halbjahr 2014 bei vielen Düsseldorfer Unternehmen verbessert hat, erwarten sie für das kommende Jahr eine schlechtere wirtschaftliche Entwicklung als der Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor.
Fotos und Videos