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Keine Top-Läufer - Sorgen um Düsseldorfer Marathon

20.01.2015 | 20:45 Uhr
Keine Top-Läufer - Sorgen um Düsseldorfer Marathon
Dieses Mal muss es ohne gehen: Topläufer beim Düsseldorfer Marathon auf der Oberkasseler Brücke.Foto: Uwe Schaffmeister

Düsseldorf.   Der kommende Metro Group Marathon in Düsseldorf muss am 26. April ohne internationale Topläufer auskommen – „aus finanziellen Gründen“.

Läufer sind (wie andere Sportler) gern etwas abergläubisch. Düsseldorfs Marathon erlebt in seiner neuen Form am 26. April seine ausgerechnet 13. Auflage. Die schlechte Nachricht dazu kommt hier: Der Lauf muss dieses Jahr ohne internationale Top-Athlethen auskommen. 250.000 Euro hatten die Veranstalter dafür sonst ausgegeben. Nun verzichten sie darauf – „aus finanziellen Gründen“, wie Renndirektor Jan Winschermann mitteilte.

Für den Marathon in der Landeshauptstadt bedeutet das eine Zäsur. Schnelle Siegerzeiten sind die beste Referenz, wenn es darum geht, auch möglichst viele Otto-Normal-Sportler für einen Start zu begeistern. Flotten Profis rennt man gern hinterher. 2013 lief der Äthiopier Melkam Gizaw am Rhein mit 2:07:48 Std. Streckenrekord, vergangenes Jahr war der Sieger auch nur gut 20 Sekunden langsamer.

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Mit solchen Zeiten hat Düsseldorf Eindruck gemacht – durchaus auch rund um den Globus. Winschermann und seine Mitstreiter haben das erlebt, etwa wenn sie auf Marathonmessen in den USA für den Lauf am Rhein geworben haben.

Lokalmatador soll es richten

Bei den Organisatoren war man gestern bemüht, Missverständnisse erst gar nicht aufkommen zu lassen. „Der Lauf ist wirtschaftlich gesund“, betonte Winschermann. Hauptsponsor Metro stehe voll dahinter, auch andere Geldgeber und die Stadt engagierten sich sehr. Gewinn werde bei der Veranstaltung (Budget: rund zwei Mio Euro) nicht gemacht. Das Problem: die Vorfinanzierung des Topläufer-Feldes. Winschermann hat da zuletzt bürgen müssen, als Privatmann. Dazu sieht er sich nicht mehr in der Lage.

Ganz ohne Stars muss der Düsseldorfer Marathon freilich auch dieses Mal nicht auskommen: Lokalmatador André Pollmächer soll es am 26. April alleine richten. Der 31-Jährige wird drei Tempomacher an seiner Seite haben und könnte die 42,2 Kilometer in 2:12 Stunden (oder schneller) laufen. Das wäre, zumal aus Sicht von Otto-Normal-Läufern, immer noch ziemlich rasant. Und: Andere Marathons in Deutschland wünschen sich solche Siegerzeiten.

Im internationalen Vergleich (Düsseldorf liegt mit seinen Zeiten derzeit auf Rang 39) kann man damit aber wenig reißen – da macht sich Winschermann nichts vor. Um den Lauf jetzt macht er sich keine Sorgen. 2500 Staffeln sind bis dato gemeldet, ebenso rund 3000 Einzelläufer (davon knapp 30% aus dem Ausland). Viele Meldungen werden noch kommen. Für den 26. April rechnet Winschermann mit insgesamt 20.000 Aktiven. Aber: Zwei oder drei Jahre ohne Topläuferfeld -- das werde der Marathon nicht unbeschadet überstehen: „Dann werden die Teilnehmerzahlen einbrechen.“ Ob 2016 wieder Spitzenläufer in Düsseldorf starten, hänge davon ab, ob sich „weitere Geldgeber finden, denen daran liegt, dass der Name Düsseldorfs in die Welt hinausgetragen wird“.

Holger Dumke

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2015-01-20 20:45
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