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Stadtentwicklung

Sorge um die Schadowstraße

23.04.2008 | 16:49 Uhr

Der Bau der Wehrhahnlinie, die Arcaden als Konkurrenz und ene unklare Zukunft der Kaufhäuser: Der Schadowstraße drohen große Probleme.

Friedrich Conzen, Präsident des Einzelhandelsverbandes, sieht schwere Zeiten auf die Schadowstraße zukommen. Conzen hat die Bauarbeiten zur Wehrhahnlinie im Blick, aber auch die verschärfte Konkurrenzsituation durch die Eröffnung der Düsseldorf Arcaden im September in Bilk. „Wer wird denn noch zu C&A auf der Schadowstraße fahren, wenn er bei C&A in den Arcaden war, wo er unter dem Center bequem parken kann?”, fragt er. Selbst wenn die Wehrhahnlinie 2014 rollt, sieht nicht jeder die Schadowstraße im Aufwind. Denn der Werbeffekt auf die Rheinbahnkunden fällt weg: Die Straßenbahn fährt unterirdisch. Aus Kostengründen wurde zudem eine Haltestelle eingespart, was dazu führt, dass die beiden Kaufhäuser an der Tonhallenstraße trotz heftigen Protestes keinen direkten Haltepunkt bekommen werden. Wie es mit den Kaufhäusern als Magneten weitergeht, dürfte ebenfalls eine spannende Frage sein. Der Mischkonzern Arcandor, dem Karstadt bereits gehört, hat gestern erneut starkes Interesse am Kaufhof angemeldet, den die Metro abstoßen will. Käme es zur Fusion, wäre es nicht undenkbar, dass eines der beiden Häuser schließen würde. Es träfe wohl eher den in die Jahre gekommenen Kaufhof, da Karstadt 2009 den Versuch wagen soll, zum Luxuskaufhaus der KaDeWe-Klasse aufzusteigen. Dem Kaufhof selbst droht der dickste Quotenbringer davonzulaufen: Wie die  erfuhr, ist das Unternehmen gerade darum bemüht, den Mietvertrag mit dem Elektronikmarkt Saturn im Obergeschoss zu verlängern. Doch das gestaltet sich dem Vernehmen nach schwierig. Saturn ist offensichtlich an einer größeren Fläche interessiert.

 Mit dem Abriss zweier weiterer Häuser (die  berichtete) ist Bewegung auf der Schadowstraße garantiert. Die Frequenzzählungen des Maklers Kemper's zeigten im vergangenen Jahr stabile Werte. Mit 7350 Passanten pro Stunde lag die Schadowstraße bundesweit auf Platz 23. Ob das so bleibt, wird sich zeigen.

Frank Preuss

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Kommentare
24.04.2008
12:47
Sorge um die Schadowstraße
von Paula Pink | #4

Der Beitrag von Hubert Braun ist wieder nur peinlich.

Da machen Herr Preuss und Herr Longerich (aus Köln !) auf eine problematische Entwicklung der östlichen Schadowstraße aufmerksam, um einen Denkprozess in Gang zu setzen, wie die Stadt hier steuernd eingreifen könnte. Und schon bejubelt Braun wie immer die Willkür-Handlungen des OB.

Düsseldorf braucht endlich eine Planungskultur, die den Namen auch verdient. Ein Stadtentwicklungskonzept, vor Jahren vollmundig angekündigt, lässt auf sich warten. Von konzeptioneller Planung in Düsseldorf ist nichts zu merken. Stattdessen Schlagworte und hohle Phrasen.

Der OB und sein Planungsdezernent sind noch nicht einmal in der Lage, für die Innenstadt - Entwicklung Ziele zu formulieren und durch einen Städtebaulichen Wettbewerb geeignete Lösungen zu suchen und zu finden. Gott sei Dank fangen immer mehr Bürgern dieser Stadt an, sich gegen das Verhalten der Verwaltungsspitze zu wehren.

24.04.2008
07:55
Sorge um die Schadowstraße
von Hubert Braun | #3

Welch ein Gegensatz. Eine ausführliche Analyse, noch dazu von einem Kölner, die aber über eine Beschreibung nicht hinausgeht. Keine Schlüsse zieht und keine Ziele nennt.

Und Paula Pink mit einer Ansammlung plumper Behauptungen und den üblichen Anwürfen. EInzig ihre Forderung nach genügend Zeit ist nachvollziehbar. Schließlich redet sie hier für eine Düsseldorfer Opposition die schon seit Jahren durch eigene Schwäche handlungsunfähig ist und dies nur noch durch den Wunsch nach Dauerdiskussionen ohne Entschlüsse übertünchen kann.

Dazu in völligem Gegensatz steht die Handlungsweise von OB Erwin und der ihn tragenden Mehrheit im Rat. Chancen nutzen und sie mit Energie umsetzen, könnte man das umschreiben. Wie zielführend und richtungsweisens dieses Vorgehen ist, zeigt die Entwicklung der Stadt. Und die lässt für Pessimismus nur wenig Raum.

24.04.2008
00:58
Sorge um die Schadowstraße
von Paula Pink | #2

Schade, dass Stadtplanung in Düsseldorf unter dem OB Erwin so konfus und konzeptlos verläuft.

Bei der Umgestaltung des Jan-Wellem-Platzes sollte und könnte man sich genügend Zeit nehmen und in Ruhe die Einzelhandelsentwicklung in der Innenstadt analysieren und Entwicklungsziele formulieren.
Ebenso sollten verschiedene Verkehrsentwicklungsmodelle untereinander verglichen und bewertet werden, bevor man sich für eine teure Tunnellösung entscheidet.
Hier werden wieder einmal ohne Not städtebauliche Fehler begangen, die hinterher nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

In Düsseldorf wird die Stadtentwicklung dilettantisch und autoritär von oben bestimmt und keiner aus der CDU oder FDP Ratsfraktion traut sich zu widersprechen.

Ich meine mich auch erinnern zu können, dass Herr Conzen sich bei dem Thema Bilk-Arcaden dem OB gebeugt hat, obwohl er der Auffassung war, dass sich die Verkaufsfläche der Bilk-Arcaden schädlich auf den Einzelhandel der Innenstadt auswirken würde.

24.04.2008
00:05
Sorge um die Schadowstraße
von Thomas Longerich, Köln | #1

Wenn Arcandor tatsächlich die Metro-Tochter Kaufhof übernehmen sollte, sei es dahingestellt, ob ein Luxus-Warenhaus an der eher konsumigen Schadowstraße realisiert wird. Naheliegender wäre dann wohl eher eine entsprechende Luxus-Umgestaltung der beiden Kaufhofhäuser im Dunstkreis der Kö (Kaufhof und Carsch-Haus) mit ggf. jeweils verschiedenen Warensegmenten in den einzelnen Häusern (auch der in Ihrem Artikel erwähnte Saturn wäre in einem der Häuser an dieser zentralsten Stelle der Innenstadt sicherlich nicht deplatziert).

Somit schließen ggf. auf mittlere Sicht - u.U. auch wegen des fehlenden Fequenzbringers U-Bahnhof vor den Warenhäusern und der fehlenden Wahrnehmung durch die U-Bahnnutzer - beide Häuser an der Schadowstraße. Den sich im mittleren Preissegment bewegenden Warenhäuser ist generell eh keine rosige Zukunft beschert aufgrund eines Auseinanderdriften des Konsumentenverhaltens (Discounter und Luxus) und aufgrund des diesbezüglich unklaren Profils von Kaufhäusern auch gegenüber Spezialwarenhäusern und einzelnen Label-Stores.

Die Düsseldorfer 1a-Lagen werden sich künftig wohl eher im Bereich der heutigen Fußgängerzone Schadowstraße mit einem aufgewerteten Schadowplatz (Kö-Bogen-Bebauung + Bebauung vor dem Schauspielhaus), an der oberen und mittleren Kö sowie im Bereich Flingerstraße/ Mittelstraße konzentrieren.

Diese Bereiche sind schon heute - und künftig noch mehr - sehr gut an das ÖPNV-Netz angeschlossen (U-Bahnhöfe Heinrich-Heine-Allee, Steinstraße, neuer Bahnhof Schadowstraße am Jan-Wellem Platz und neuer Bahnhof Benrather Straße). Sie sind weitgehend als etablierte Fußgängerzonen ausgebaut und in fußläufiger Distanz für Konsumenten und für einen - im wahrsten Sinne des Wortes - Stadtrundgang untereinander verbunden. In den Nebenstraßen finden sich zudem eine Vielzahl kleinerer Spezialgeschäfte und gastronomischer Einrichtungen, die im direkten Umfeld der oberen Schadowstraße weitgehend fehlen.

Der Bereich der östlichen Schadowstraße wird hingegen eher zu einer einzelhandelstechnischen Sackgasse mit schlimmstenfalls fehlenden Magneten und einem vom Jan-Wellem-Platz aus gesehen fußläufig sehr weit entfernten U-Bahnhof Jacobistraße/ Pempelforter Straße an ihrem Ende. Sie lässt sich dann nur schwer in einen Einkaufsrundgang durch die Düsseldorfer Innenstadt einbinden.

Ein sich selbst verstärkendes Downgrading hin zu einer 2er-Lage oder darunter mit nachlassender Zentralität und gesamtstädtischer/ regionaler Bedeutung der Einzelhandelseinrichtungen steht zu befürchten. Die bislang mehr oder weniger reine Versorgungsfunktion der Straße abseits eines Stadterlebnisses, wie sie Altstadt und Kö und ein aufgewerteter Jan-Wellem-Platz mit ihrem jeweiligen Umfeld besser bieten können, wird dann in der Tat eher durch ein Einkaufszentrum wie den Düsseldorf Arcaden mit Parkhaus und Schutz vor Wettereinflüssen übernommen. Auch fehlen der östlichen Schadowstraße geschlossene Wohngebiete und größere Arbeitsplatzkonzentrationen im direkten Umfeld, wie sie etwa an der Nord- oder Friedrichstraße gegeben sind, welche für eine entsprechende Nachfrage im Einzelhandel auch über den täglichen Bedarf hinaus mit entsprechender Belebung sorgen.

Die Stadt Düsseldorf und der Einzelhandelsverband sollten dieses Szenario als nicht ganz unrealistisch einschätzen und frühzeitig den Dialog mit den ansässigen Immobilienbesitzern und Einzelhändlern suchen. So können frühzeitig Konzeptansätze für einen in einem Negativszenario zu erwartenden Bedeutungsverlust in geordneten (!) Bahnen bzw. eine sukzessive Profiländerung der Straße entwickelt werden.

Andernfalls steht der östlichen Schadowstraße im Worst Case ein ähnliches Schicksal bevor, wie der Graf-Adolf-Straße. Auch hier wurde erst in der letzten Zeit (kosmetisch) reagiert, nachdem das Kind schon vor Jahren aufgrund eines veränderten Konsumverhaltens und dem Schließen der hiesigen Frequenzbringer Kinos in den Brunnen gefallen ist.

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