So wird Düsseldorf Vorreiter im Klimaschutz
28.09.2012 | 16:35 Uhr 2012-09-28T16:35:00+0200
Düsseldorf. Die heimische Industrie bleibt wirtschaftlich stark und trotzdem will Düsseldorf seine Klimaschutz-Ziele erreichen. Wie das gehen soll, zeigt das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie.
Ja, es geht! Düsseldorf kann seine ehrgeizigen Klimaschutz -Ziele erreichen, ohne die Wirtschaftskraft der heimischen Industrie abzuwürgen oder den Individualverkehr stark einschränken zu müssen.
Diese Einschätzung zieht das Umweltamt aus einer Untersuchung des renommierten Wuppertal Institutes für Klima, Umwelt und Energie, das jetzt den zuständigen politischen Gremien vorgestellt worden ist.
Die Stadt hatte das Wuppertal Institut mit der umfangreichen Analyse unter dem Titel „Szenario Düsseldorf 2050“ beauftragt. Auslöser war die Selbstverpflichtung des Rathauses, Düsseldorf bis zum Jahre 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu machen. Heißt: Bis dahin sollen die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen (CO2)in Düsseldorf um 80 Prozent gesenkt werden.
Die Frage an die Klimaexperten war, ob und wie das möglich ist. Die Aussagen des Wuppertal-Institutes sind ermutigend. Zum einen ist Düsseldorf bereits auf einem guten Weg, bis zur End-Etappe ist aber eine konsequente Nutzung der Einspar- und Effizienzpotenziale sowie ein immenser Ausbau der erneuerbaren Energien nötig. Oberbürgermeister Dirk Elbers versichert, dass die Ergebnisse der Studie „die Grundlage für das zukünftige Handeln der Stadtverwaltung“ bilden werden.
Kraftwerk spielt zentrale Rolle
Der Leiter des Umweltamtes, Werner Görtz, zieht aus der Untersuchung, die er im Umweltausschuss vorstellte, folgende Schlüsse: Auch bei einer drastischen Senkung des C02-Ausstoßes ist ein höherer Energieverbrauch und damit ein „moderates Wachstum“ der in Düsseldorf produzierenden Industrie möglich. Die Klimaschutzziele lassen sich auch mit einem „stagnierenden motorisierten Individualverkehr“ ermöglichen. Heißt: Zwar verträgt Düsseldorf nicht viel mehr Autos, aber ein Nebeneinander von ÖPNV und Individualverkehr ist auch ausökologischer Sicht in Zukunft möglich. „Dazu muss aber die Elektromobilität deutlich vorangetrieben werden“, so der Umweltamtsleiter.
Auch wenn es heute noch utopisch klingt: Die Stadt muss und kann bis 2050 auf fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle völlig, auf Gas weitgehend verzichten. In der Zwischenzeit spielt das etwa 500 Millionen Euro teure Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, das 2016 in Betrieb genommen wird, eine ganz zentrale Rolle. Zum einen ist langfristig kein Zukauf von Strom auf der Leipziger Börse nötig, zum anderen ermöglicht es den großflächigen Ausbau der besonders umweltfreundlichen Fernwärme und wird später auch weiter die Stromversorgung sichern, wenn Solaranlagen und Windräder wetterbedingt nicht genug Energie liefern. In Düsseldorf wird bis 2050 vor allem die Photovoltaik einen großen Teil der Stromproduktion übernehmen. Werner Görtz: „Dafür haben wir genug Dächer in der Stadt zur Verfügung.“
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