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Slalom ins Frühjahr

18.02.2010 | 18:53 Uhr

Düsseldorf. Das Quecksilber steigt, die Kosten für die Reparatur der Schlaglöcher auch: Stadt rechnet mit mindestens zwei Millionen Euro.

Achtung, festhalten, die Autofahrt wird zur Buckelpisten-Tortour: Die Karosserie hüpft im Dreiviertel-Takt, die Achsen können einem schon fast leid tun, steuern wir die Dorotheen-, Lindemann- oder auch Hildener Straße an: Die Temperaturen steigen endlich, der Schnee schmilzt - und unser städtischer Asphalt präsentiert sich, gelinge ausgedrückt, so löchrig wie ein Emmentaler Käse. Über 20 Zentimeter tief und mehr als einen Meter breit sind die Krater, die durch gefrierendes Wasser unter dem Straßenbelag entstanden sind. „Das wird teuer”, meint Stadtsprecher Manfred Blaszcyk, der noch nicht beziffern mag, „was das alles kosten wird und über wie viele Schäden wir überhaupt reden.”

Der tägliche Kontrollgang

Nur so viel, so schnell und so stetig wie das Quecksilber in diesem noch längst nicht beendetem Winter gefallen ist, - von Dezember bis Mitte Februar lag die Durchschnittstemperatur gerade mal bei ein Grad plus - steigen die Kosten: „Im letzten Jahr mussten wir zwei Millionen Euro investieren, um die 5000 Schlaglöcher zu reparieren, die der Frost in Straßen und Fußwege gefressen hatte”, zählt Blasczyk auf und rechnet damit, „dass wir in diesem Jahr ganz sicher nicht weniger, eher mehr ausgeben müssen”.

Gestemmt werden muss die Summe aus dem Etat für die städtische Straßenunterhaltung, in dem ein Paket extra nur für diese Fälle geschnürt wurde. Ob draufgesattelt werden muss, wird der Ordnungs- und Verkehrsausschuss in der kommenden Woche noch nicht beraten können. Auch, weil das zuständige Amt für Verkehrsmanagement frühestens in der ersten Märzhälfte eine Bilanz für den Winter 2009/10 ziehen kann.

Bis dahin sind 50 Mitarbeiter des Amts auf den 1200 Kilometern Straßennetz im Einsatz. Allein eine Streife - zehn so genannte „Straßen-Geher” - sucht die Verkehrswege nach Schäden ab. Unterstützt werden sie dabei auch von den Bürgern, für die Stadt eigens eine Schadens-Hotline eingerichtet hat. Zwischen fünf und 30 Anrufe gehen dort täglich ein, allein seit Dezember 2009 mussten die knapp 40 Kollegen der Reparaturkolonnen zu 3000 Einsätzen ausrücken. Priorität haben dabei stark genutzte Gehwege und Hauptverkehrsstraßen.

Behelfsmäßig geschlossen

„Allerdings”, schränkt der Stadtsprecher ein, „um vernünftig und auch wirklich nachhaltig arbeiten zu können, müssen wir warten, bis der Frost aus dem Boden ist und das dauert sicher noch einige Zeit.” Straßenreparaturen die jetzt durchgeführt würden, wären „für den Eimer”, da könnte man in ein paar Wochen gleich wieder von vorne anfangen. Zurzeit würden die Löcher im Asphalt lediglich „behelfsmäßig geschlossen”, um gefährliche Buckelpisten zu entschärfen. Der ganz große Wurf komme dann frühestens Mitte März.

NRZ

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