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Justiz

Selbstbedienung in der Messe-Post?

03.08.2010 | 17:54 Uhr
Selbstbedienung in der Messe-Post?

Düsseldorf.Mal eine „1“ vor die Summe geschrieben, mal aus einer „5“ eine „9“ gemacht: So soll eine Messe-Mitarbeiterin die Buchführung der Poststelle manipuliert und damit Geld für sich abgezwackt haben.

Jetzt muss sich die 58-Jährige wegen Urkundenfälschung und Untreue vor dem Amtsgericht verantworten.

Seit fast 30 Jahren
bei der Messe

Es ging um Post-Rückläufer, die Kuriere zu ihr zurückbrachten, dafür Geld zurückerhielten. Sie soll ihnen die korrekte Summe gezahlt, im Kassenbuch aber höhere Summen vermerkt haben. Die Differenz war dann für sie selbst. Angeklagt sind elf Fälle aus den Jahren Mai 2006 bis August 2009 mit einem Gesamtschaden von 849,87 Euro, aufgefallen waren aber weit mehr.

Die Angeklagte, die seit fast 30 Jahren bei der Messe gearbeitet hatte, erhielt die Kündigung, die schwer herzkranke Frau ist jetzt arbeitslos. Vor dem Arbeitsgericht hatte sie sich gegen die Kündigung gewehrt und in zweiter Instanz einen Vergleich erreicht. Vor dem Amtsgericht sagte sie jetzt nichts. Ihr Verteidiger erklärte für sie, „dass sie unschuldig ist“.

Auffälligkeiten bei
einer Routinekontrole

Der Justiziar der Messe berichtete, dass die Unregelmäßigkeiten bei einer Routine-Kontrolle aufgefallen waren. Weil die Angeklagte die Verantwortliche für die Kasse und das Kassenbuch in der Poststelle war, fiel der Verdacht auf sie. Er wusste allerdings nicht, wie genau die falschen Buchungen mit ihren Fehlzeiten abgeglichen worden waren.

Der Verteidiger verwies auf das Arbeitsgerichts-Verfahren. Darin sei bereits dargelegt worden, dass es einige falsche Buchungen während ihres Urlaubs und einer Krankheitszeit gab.

Das Amtsgericht will sich nun zunächst die Akten des Arbeitsgerichts besorgen und dann über den weiteren Fortgang des Prozesses entscheiden.

Katharina Rüth

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