Schwimmen lernen wird in Düsseldorf immer teurer

Für Kinder werden Schwimmkurse immer teurer
Für Kinder werden Schwimmkurse immer teurer
Foto: Josef Wronski/IKZ
Was wir bereits wissen
Das Angebot in Düsseldorf ist vielfältig. Für einen Kurs bis zum Seepferdchen können allerdings bis zu 150 Euro fällig werden. Viele Eltern ärgert das.

Düsseldorf.. Die Badesaison fängt endlich wieder an und auch die Kleinsten wollen ins Wasser. Doch dazu müssen sie erst einmal lernen, wie man schwimmt. In Düsseldorf gibt es da viele Anbieter mit zahlreichen Kursen. Allerdings ist das echt teuer geworden. Für einen Kurs bis zum Seepferdchen können bis 150 Euro fällig werden. Und: In vielen Fällen werden noch nicht einmal ganze Stunden unterrichtet, meistens dauern die nur 30 oder 45 Minuten. Viele Eltern ärgert das.

Die Schwimmkurse werden für Kinder zwischen vier und sechs Jahren angeboten. „Vorher machen die Kurse noch keinen Sinn“, sagt Melanie Ragot, Inhaberin des Schwimm-Monster-Clubs aus Gerresheim. Sie führt ihre Übungsstunden im Bad der Gerricus-Schule im Lehrschwimmbecken an der Wrangelstraße in Mörsenbroich und im „Holmes Place“ am Provinzialplatz in Wersten durch. „Ich notiere alle Entwicklungen der Kinder in einem Buch, in das die Eltern Einblick haben.“ Bei Ragot kosten zehn Kurseinheiten a 40 Minuten – mit maximal sechs Kindern in einer Gruppe – 160 Euro.

„Das kann Leben retten“

Auch bei den „Wasserfröschen“ (Kurse in Wersten) lernen die Kinder ab vier Jahre schwimmen. Hier machen die Kinder bestenfalls zwei Abzeichen: „Der ‘Pinguin’ ist zwar nicht vom Deutscher Schwimm-Verband (DSV) anerkannt, „für die Kinder ist es aber immer schön, ein Abzeichen zu bekommen“, meint Tina Müller, Betreiberin der Schwimmschule. Und eine gute Motivation, dann später das Seepferdchen zu bekommen. Bei den „Wasserfröschen“ sind höchstens 15 Kinder in einer Gruppe, die von zwei bis drei Schwimmlehrern 45 Minuten betreut werden. Pro Einheit zahlen Eltern 6,50 Euro. Es finden 15 bis 20 Kurseinheiten statt. Macht dann maximal 130 Euro.

Gabi Seifert unterrichtet in ihrer Schwimmschule Drei- bis Sieben-Jährige. Ein Schwimmlehrer unterrichtet dort höchstens vier Kinder auf einmal und hat ein vorgeschriebenes Programm. „Schwimmen ist die einzige Sportart, die Kinder vor der Grundschule erlernen müssen. Das kann Leben retten“, so Gabi Seifert.

Aber das kostet offenbar. Also zahlt man in der Seifert-Schwimmschule für zehn Wochen mit jeweils nur 30 Minuten Unterrichtszeit 130 Euro. Und das ist nicht alles: Im Erkrather Neanderbad, wo einige der Kurse stattfinden, müssen die Eltern auch noch sieben Euro Eintritt bezahlen, wenn sie ihr Kind zum Schwimmunterricht begleiten. Man kommt so auf 20 Euro pro halbe Stunde, nur um später ein angenähtes Seepferdchen auf der Badekleidung zur haben. Bei zehn Kurseinheiten macht das satte 200 Euro.

Und nur, weil sie das Abzeichen haben, heißt das noch lange nicht, dass die Jungs und Mädchen sich sicher im Wasser bewegen können. Es folgen noch viele weitere Abzeichen und teure Stunden, bis man behaupten kann: „Mein Kind kann sicher schwimmen“.

Das sagt auch Christoph Wylezol von der Schwimmschule Delphins in Urdenbach. Er meint, dass Kinder erst ab dem Silber-Abzeichen richtig sicher schwimmen und ohne Gefahr alleine ins Freibad gehen können. Für eine Einzelstunde, die aber immerhin 60 Minuten dauert, nimmt er 25 Euro.

Die Schwimmschule Düsselhaie verlangt indes für 45 Minuten Unterricht in Fünfergruppen 14 Euro pro Termin.

Vergleichsweise noch günstige 99 Euro für zehn Wochen Unterricht zahlt man im Aquagym in Derendorf. Dort werden bis zu zehn Kinder von zwei Schwimmlehrern unterrichtet.

„Wir legen heute großen Wert darauf, dass unsere Kinder schwimmen können, aber keiner ist gezwungen, diese Preise zu bezahlen“, sagt Monika Lehmhaus, Vorsitzende des Sportausschusses, die ihren Kindern „das Schwimmen noch selbst beigebracht“ hat. „Ob es ein Qualitätssiegel ist, Kindern in 30 Minuten Schwimmen beizubringen, ist dahingestellt“, sagt sie. „Aber die Schwimmlehrer müssen ja auch von ihren Kursen leben können“. Und überhaupt: „Man darf Kinder am Wasser eh nie aus den Augen lassen, da kann immer was passieren.“

Immerhin: Es gibt in der Stadt auch günstigere Angebote, etwa bei der Awo. Kinder ab fünf Jahren lernen dort in Zehner-Gruppen. 45 Minuten kosten im Schnitt vier Euro.