Schwierige Zeit für Obdachlose

Für Obdachlsoe wird’s im Winter schwer.
Für Obdachlsoe wird’s im Winter schwer.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Fiftyfifty-Organisation appelliert im Rahmen eines Jahresrückblicks: Gerade im Winter sind Obdachlose auf Hilfe angewiesen.

Düsseldorf..  Die Hilfsorganisation Fiftyfifty blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Nach der Trennung vom Sozialwerk der Armen Brüder, das in Folge einer Fehlspekulation mehrere Millionen Euro verloren hatte, stand die Organisation kurz vor dem Aus. Doch Fiftyfifty erholte sich, die Spenden zogen wieder an, so dass Geschäftsführer Hubert Ostendorf auch auf einen Erfolg zurückblickt: „Trotz der schwierigen Lage konnten wir drei Appartements für Obdachlose erwerben, die durch das klassische Hilfesystem nicht erfasst werden. Eine Bildspende des Künstlers Gerhard Richter hat es möglich gemacht.“

Titelstory über Tote Hosen

Aktuell macht Ostendorf das frostige Wetter Sorgen. Während Schnee die einen zu Spaziergängen vor die Tür lockt, ist er für Obdachlose ein Problem. „Immer noch verbringen viele Menschen die kalten Nächte im Freien. Etwa, weil sie nicht wissen, wohin sie mit ihrem Hund zum Schlafen gehen sollen – in den meisten Notunterkünften sind Hunde verboten“, so Ostendorf. Gerade jetzt sei daher der Gute-Nacht-Bus von Fiftyfifty und Vision:Teilen wichtig. Mithilfe von Spenden konnten im Rahmen dieses Projekts Schlafsäcke angeschafft werden, die nun an Bedürftige verteilt werden. „Ich danke allen, die rechtzeitig geholfen haben, von Herzen“, sagt Ostendorf.

Kalt sei es aber auch für die Fiftyfifty-Verkäufer geworden. Gerade nach Weihnachten hätten sie große Probleme, Zeitungen loszuwerden. Das neue Heft mit einer Titelgeschichte über die Toten Hosen soll Abhilfe schaffen. Darin erzählen sie von den Anfängen ihrer Band und zeigen auf alten Privatfotos den Beginn ihrer Karriere: Campino als kleiner Junge mit seinem Vater, ein früher Auftritt in einer Kirche, die Hosen vor ihrem ersten Tour-Bus ...

Im kommenden Jahr hat Fiftyfifty etwas zu Feiern: 20 Jahre gibt es die Organisation dann, die während dieser Zeit viele Projekte angestoßen und umgesetzt hat. „Es ging in all den Jahren nie um blindwütige Karikativität“, sagt Ostendorf. „Sondern immer auch darum, Position zu beziehen. Etwa mit der ‘Ökumenischen Erklärung’, mit der wir die Rechte von alkohol- und drogenkranken Mitmenschen in der Öffentlichkeit verteidigt haben. Oder mit unserem Buch- und Ausstellungsprojekt ‘Deutschkunde’ gegen Rassismus.“

Aktuell sammelt Fiftyfifty für eine Mutter-Kind-Notaufnahme. 40000 Euro fehlen noch, um das Projekt zu verwirklichen.