Schultoiletten: Grüne machen weiter Druck

Ungeachtet ihrer Beteiligung am Ampel-Bündnis fühlen die Grünen der Verwaltung beim heißen Eisen Schultoiletten weiter auf den Zahn. Aktueller Anlass sind Klagen der Schülervertretung des Lore-Lorentz-Berufskollegs über starke Hygiene-Mängel auf den Toiletten, und zwar in jenem Teil der benachbarten Dieter-Forte-Gesamtschule, der auch von den Kollegschülern genutzt wird. Besonders ärgerlich aus Sicht der Berufsschüler: Zumindest im Hauptgebäude verfügt ihr Kolleg über umfassend sanierte Anlagen. Rund 170 000 Euro hatte die Stadt dafür im Frühjahr 2013 im Rahmen des Soforthilfeprogramms „Sanieren macht Schule“ ausgegeben. Doch diese Alternative zieht aus Sicht der Kolleg-Schüler nicht: Zehn bis 15 Minuten Fußweg seien nicht praktikabel.

„Es wurde einiges gemacht, aber ,Sanieren macht Schule’ muss weiter gehen“, sagt der Schulausschuss-Vorsitzende Wolfgang Scheffler (Grüne). Das Programm habe sich seinerzeit auf die dringendsten Fälle konzentriert. „Toiletten, die als ,gerade noch benutzbar’ eingestuft wurden, sind es womöglich heute nicht mehr“, meint er.

Aufsichtskräfte fürs WC?

Darüber hinaus mahnen der Ratsherr und seine Fraktion einen Nachhaltigkeitsbericht zum Programm „Sanieren macht Schule“ an. Der sollte eigentlich nach einem Jahr präsentiert werden. Tatsächlich hatte die Schulverwaltung 2013 angekündigt, nach zwölf Monaten Nutzungszeit „die betroffenen Schulleitungen zu befragen, ob und wenn ja, in welcher Art Konzepte bestehen, den renovierten Status der WC-Anlagen zu erhalten“.

Und noch ein Thema möchten die Grünen gerne klären: die Frage, ob eigene Aufsichtskräfte für die Toilettenanlegen am Ende nicht doch günstiger sind als wiederholte Sanierungen in immer kürzeren Abständen. „Die Verwaltung wollte das prüfen, auf die Ergebnisse sind wir gespannt“, sagt Scheffler.

Schuldezernent Burkhard Hintzsche hält eine solche Prüfung für sinnvoll, warnt aber beim Thema Toilettenaufsicht vor zu hohen Erwartungen. „Der Schulbetrieb läuft zunehmend über den ganzen Tag, es gibt Mindest- und Tariflöhne. Am Ende steht die Frage, wie teuer eine solche Aufsicht sein darf.“