Das aktuelle Wetter Düsseldorf 10°C
Schießerei

Blutige Nachtschicht in Hilden - Täter gilt als "ruhig" und "nicht unbeliebt"

11.11.2012 | 20:00 Uhr
Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens rollen in Hilden den Leichnam des Schützen auf einer Bahre aus dem Werk des Technologiekonzerns 3M.Foto: dapd

Hilden.   Als nett und freundlich wird er beschrieben. Unfassbar, dass der 38-jährige Mitarbeiter von 3M beim Schichtwechsel in Hilden auf seine Kollegen schoss und diese schwer verletzte, bevor er sich selbst tötete. Sein Motiv kann die Kriminalpolizei noch nicht benennen.

Drei Tage nach den Schüssen beim Schichtwechsel in Hilden ist die Frage nach dem Motiv des Täters noch immer unbeantwortet. Ein 38 Jahre alter Mann hatte am Freitagabend auf dem Gelände von 3M vier Arbeitskollegen durch Schüsse verletzt und sich dann selbst getötet. Bisher fand sich kein erklärender Abschiedsbrief. Weder seine Familie noch die Kollegen können sich die blutige Tat erklären.

Der in Deutschland geborene, ledige und kinderlose Mann bosnischer Abstammung lebte in Düsseldorf und arbeitete seit 15 Jahren bei dem amerikanischen Unternehmen in Hilden, zuletzt als Maschinenführer an einer Anlage, die Klettverschlüsse für Babywindeln herstellt. Er galt als „ruhiger Mensch und war nicht unbeliebt“, sagte der Leiter der zuständigen Mordkommission, Rainer Zöllner, am Samstag auf einer Pressekonferenz in Mettmann. Mit den Kollegen habe er oft Motorradtouren unternommen und zu seiner Mutter und den drei Geschwistern engen Kontakt gehalten. Der 38-Jährige war nicht vorbestraft, hatte laut Polizei keinen Ärger mit Drogen, keine Depressionen und „bisher immer gute Beurteilungen bekommen“, wie 3M-Sprecher Manfred Kremer ergänzte.

Kein Hinweis auf Motiv

Keine Hinweise auf ein mögliches Motiv also; den Tatablauf aber haben die Ermittler weitgehend rekonstruiert: Gegen 21.30 Uhr am Freitag stellt der 38-Jährige sein Auto auf dem Mitarbeiterparkplatz vor der Werkshalle ab. Er hat fünf Tage Urlaub gehabt und soll nun das Wochenende durcharbeiten. Doch der Mann trägt zwei mit scharfer Munition geladene Pistolen bei sich, dazu Ersatzmunition in einer Tasche.

Video
Hilden, 11.11.12: Auf dem Fabrikgelände eines Technologiekonzerns im nordrheinwestfälischen Hilden hat am Freitagabend ein Arbeiter diverse Schüsse auf Kollegen abgegeben und vier von ihnen verletzt. Danach richtete der Mann sich selbst.

Die Bluttat beginnt in der Nähe des Fahrradständers für die Mitarbeiter. Dort trifft der Täter auf einen Kollegen, einen 42 Jahre alten Familienvater. Den habe er mit seinem Nachnamen gerufen, eine Pistole gezogen und sofort geschossen, so die Polizei. Lebensgefährlich verwundet sinkt das Opfer zu Boden. Der Bewaffnete betritt dann die Kantine, 20 Mitarbeiter befinden sich im Raum. Durch die Scheibe feuert er auf sechs Männer, die im Raucher-Glaskäfig sitzen. Nach Zeugenangaben hat er auch dabei einen bestimmten Kollegen im Visier. Doch die Schüsse treffen nicht. „Das konnte der Täter aber nicht erkennen, weil sich alle auf den Boden warfen“, vermutet Zöllner.

Auf den Vorgesetzten geschossen

Der Schütze dreht sich um und geht zurück durch die panische Kollegen-Menge. Dabei macht er Handzeichen, die viele im Raum als Beruhigung verstehen. Manche werfen sich zu Boden. Der Täter sucht die Umkleiden auf und trifft dort auf seinen Vorgesetzten, einen 54 Jahre alten Vorarbeiter, ebenfalls Familienvater. Erneut fallen zwei Schüsse. Der 54-Jährige sinkt bewusstlos zu Boden.

„Schau her“, sagt der Täter dann zu einem flüchtenden Mitarbeiter und richtet sich im nächsten Moment selbst. In seinen Pistolen stecken da noch jeweils sechs Kugeln.

Die beiden lebensgefährlich Verletzten sind nach Notoperationen inzwischen außer Gefahr. Zwei durch Glassplitter leicht Verletzte konnten nach einer Behandlung im Krankenhaus bereits nach Hause entlassen werden.

Schießerei in Hilden

 

Dirk Neubauer

Kommentare
12.11.2012
10:03
Blutige Nachtschicht in Hilden - Täter gilt als
von nylie | #4

Die WAZ nimmt es in letzter Zeit nicht besonders erst mit dem Pressekodex, Ziffer 12. Die Frage der Nationalität gehört nicht in diesen...
Weiterlesen

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Funktionen
Aus dem Ressort
23. Düsseldorfer JazzRally: 300.000 Besucher, 72 Konzerte
Musik
Die Macher der traditionsreichen Veranstalter haben auf ein länderübergreifendes Konzept gesetzt - der frische Wind kam beim Publikum gut an.
Arm in Findling eingeklemmt - Steinmetz befreit Jungen
Feuerwehr
Ein Spielplatz-Unfall hat in Düsseldorf zu einem Feuerwehreinsatz geführt. Die Retter aber zogen selbst noch einen weiteren Helfer hinzu.
Dichter Diskonebel vertreibt Einbrecher und lockt Feuerwehr
Abschreckung
Mit einer ungewöhnlichen Methode ist es einem Düsseldorfer Tankstellenbetreiber gelungen, Einbrecher zu vertreiben und die Feuerwehr anzulocken.
Vor 25 Jahren war Queen Elizabeth zu Besuch in Düsseldorf
Königsbesuch
Am 25. Mai 1965 besuchte Queen Elizabeth II. zum ersten Mal die Bundesrepublik. Die Düsseldorfer bejubelten sie, als wäre sie ihre eigene Königin.
Stadt Düsseldorf mahnt zur Vorsicht beim Schwimmen im Rhein
Baden im Rhein
Nach dem ersten Todesfall des Jahres warnen Stadt und Rettungsdienste vor den Gefahren des Rheins. Selbst geübte Schwimmer können in Not geraten.
Fotos und Videos
Düsseldorf Helau
Bildgalerie
Rosenmontag in Düsseldorf
Rosenmontagszug in Düsseldorf
Bildgalerie
Karneval
Kö-Treiben am Tulpensonntag
Bildgalerie
Karnevalsbilder
article
7282726
Blutige Nachtschicht in Hilden - Täter gilt als "ruhig" und "nicht unbeliebt"
Blutige Nachtschicht in Hilden - Täter gilt als "ruhig" und "nicht unbeliebt"
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/schuesse-beim-schichtwechsel-id7282726.html
2012-11-11 20:00
Schüsse,3M,Hilden,Bluttat,Selbstmord
Düsseldorf