Schüler machen großes Kino

Altstadt..  „Typisch“ – das ist der Titel, unter dem 120 Schüler gemeinsam mit Filmprofis der Medienwerkstatt „Clipper“ 20 kurze Filme produzierten. Die Schüler übernahmen sowohl Schauspiel als auch Regie und machten in komischen, ernsten und teilweise kritischen Szenen „typische“ Eigenschaften von Mädchen, Jungs, Geschwistern, Zockern oder Eltern zum Thema. Das Ergebnis der Projektwoche sahen sie sich jetzt in einem 40-minütigen Zusammenschnitt im Altstadtkino „Cinema“ an.

„Ich fühle mich wie ein Filmstar“, sagt Julian Schyk. Der 13-Jährige spielte einen älteren Herren, der in verschiedenen Alltagssituationen auf Hilfe angewiesen ist, die er von „typischen“ Superhelden wie Batman und Superman – gespielt von Florian Keldenisch (12) und Dustin Lethen (13) – bekommt. „Das hat Spaß gemacht, wir mussten aber viele Szenen immer wieder drehen, weil wir den Text vergessen hatten“, sagt Florian. Neben reinen Komödien waren in der Premiere auch Filme zu sehen, die sich auf kreative Weise mit Alltagsklischees auseinandersetzen. Ein Kurzfilm zeigt eine Gruppe von Mädchen, die (zunächst vom unteren Bildrand verdeckt), ihre Smartphones an Hundeleinen durch den Park führen. Selbst eine Liebesszene spielt sich um das Smartphone herum ab: Ein Pärchen sitzt Rücken an Rücken auf einer Wiese, kommuniziert wird über zugeschickte Handy-Fotos.

An der Notwendigkeit von Medienkompetenz sieht Tom Birke, Leiter der Medienwerkstatt „Clipper“, keinen Zweifel. „Medienerfahrung hatten die Schüler alle schon, wenn auch nur mit dem Handy.“ „Clipper“ ist ein Projekt der „Aktion Kultur mit Kindern“ (Akki). Die „Video-Aktionswoche“ gab es schon 1993, zum 30-jährigen Jubiläum wurde sie jetzt wiederaufgelegt.

An fünf Tagen arbeiteten die Jugendlichen aus der 7. bis 9. Klasse in sechs- bis achtköpfigen Teams, Starthilfe und Expertise bekamen sie von den Filmprofis der Werkstatt. Jeder Film musste nach einem Tag abgedreht sein, auch beim Schnitt durften die Schüler mithelfen. Vor der Premiere hielten die Teams Feedbackgespräche mit ihrem „Clipper“-Gruppenleiter. „Wir nehmen das sehr ernst. Es ist uns wichtig, mit den Schülern auf Augenhöhe zu arbeiten“, sagt Birke.