Schönere Uferpromenade ohne Wohnmobile

Nach dem Willen der FDP soll das Kampieren auf dem Parkplatz unterhalb von Tonhalle und Rheinpark bald nicht mehr erlaubt sein. Die Freidemokraten bringen einen Antrag in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung 1 ein, laut dem das Abstellen von Wohnmobilen über Nacht untersagt werden soll. Sie stören nach Ansicht der FDP das Erscheinungsbild. „Die Spaziergänger sollen auf den Rhein und nicht auf die Satellitenschüsseln der Wohnmobile blicken“, sagt Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Die FDP-Chefin sieht das Vorhaben als erste Maßnahme zur Verschönerung der Uferpromenade jenseits der Oberkasseler Brücke. Der von der Ampel-Koalition geplante große Ausbau wird noch länger auf sich warten lassen. „Aber man kann auch mit kleinen Vorhaben die Aufenthaltsqualität verbessern“, sagt Strack-Zimmermann. Sie kritisiert, dass viele Wohnmobile lange stehenblieben. „Das ist kein guter Platz für Dauercamper.“

Auf dem von einem Privatunternehmen im Auftrag der Stadt verwalteten Parkplatz gibt es 30 Stellplätze für Wohnmobile. Sie kosten zwölf Euro pro Tag. Die Plätze sind sehr beliebt, auch wenn es keinen Stromanschluss und keine Station zur Abwasserentsorgung gibt – dafür aber einen traumhaften Blick auf den Rhein. Früher standen verbotenerweise auch viele Wohnmobile auf den freien Parkplätzen vor dem Rheinpark. Dort wird aber inzwischen verstärkt kontrolliert.

Die Mobile, die dort derzeit stehen, kommen aus Borken, Aachen, Friesland oder Bad Homburg – oder aus Westerburg im Westerwald. So wie Edgar und Jutta Menges. Mehrmals im Jahr fahren sie nach Düsseldorf und steuern zielsicher die Rheinterrasse an. „Wir bleiben immer vom Samstagmittag bis Sonntagmittag“, erzählt der Kfz-Mechaniker mit eigener Werkstatt. Die beiden wundern sich über den politischen Vorstoß, die Mobile zu verbieten. „Es gibt wohnmobilunfreundliche Städte wie Hamburg, aber eben auch wohnmobilfreundliche,“ so Menges. Bislang habe er Düsseldorf dazu gezählt. „Wir tun hier unten doch niemandem etwas.“

Auch bei den anderen Parteien stößt der Vorschlag der FDP zunächst auf wenig Begeisterung. „Wenn Leute mit dem Wohnmobil nach Düsseldorf kommen, sollten sie den schönen Blick genießen können“, findet Bezirksvorsteherin Marina Spillner (SPD). Die CDU äußert sich ebenfalls vorsichtig. „Ich habe bislang nichts davon gehört, dass es mit den Campern Probleme gibt“, sagt der Fraktionsvorsitzende Rüdiger Gutt. Norbert Czerwinski (Grüne) will die Idee nicht kategorisch ausschließen. „Man kann natürlich über alles nachdenken, was die Promenade schöner macht.“

Wenn der große Ausbau der Promenade kommt, wird die Zeit der Wohnmobile an dieser Stelle wohl ohnehin vorbei sein. Das kann allerdings noch dauern: Aus der Politik heißt es übereinstimmend, derzeit gebe es drängendere Themen wie den Schulbau. Die Ampel-Koalition kündigt aber an, bis zur nächsten Wahl 2020 das Vorhaben auf den Weg bringen zu wollen.

Die Verlängerung der Rheinuferpromenade gehört zu den vielversprechendsten Projekten in Düsseldorf. Wenn die Promenade aus der Altstadt in einigen Jahren weitergeführt wird, wird das nicht nur eine neue Attraktion der Stadt, sondern bietet auch die Chance, das Museumsquartier Ehrenhof zu beleben. (Das alles bitte natürlich, ohne das Fortuna-Büdchen abzureißen.)

Bis es so weit ist, herrscht jenseits der Oberkasseler Brücke stadtplanerisch ein bisschen durcheinander – zu dem natürlich auch die Wohnmobile ihren Teil beitragen. Deshalb jetzt diese besonderen und beliebten Stellplätze abzuschaffen, wäre aber das falsche Signal, gerade in dieser Stadt, in der es eine der führenden Wohnmobil-Messen gibt. Sollen die Mobilisten doch den Blick auf den Rhein noch einige Jahre genießen – bevor dann endlich die Neugestaltung kommt.