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Prozess

Schnitzel-Poldi und die Zuhälter-Kartoffel

27.01.2012 | 14:43 Uhr
Schnitzel-Poldi und die Zuhälter-Kartoffel

Düsseldorf.Für seine Wiener Schnitzel kommen Gäste von weit her. Doch zwischendurch war das Geld für Kult-Wirt Leopold Wagner, genannt Schnitzel-Poldi, knapp. Nach einem privaten Darlehen geriet er er mit dem Kreditgeber in einen Streit, der vor dem Landgericht landete. Dort wurde jetzt ein Vergleich gefunden.

Zweimal hatte sich Poldi bei dem Bekannten Geld geliehen: im Dezember 2005 zunächst 6000 Euro, im Februar 2006 noch einmal 6500 Euro. Als Sicherheit hatte er eine Standuhr und eine Armbanduhr von Rolex dagelassen.

Als er das Geld nicht zurückzahlte, verkaufte der Kreditgeber die Rolex. Doch die brachte ihm nur 3800 Euro. Weil ihm das nicht reichte, verklagte er den Wirt.

Vor Gericht argumentiert Poldis Anwalt, die Uhr sei unter Preis verkauft worden, sie hätte mindestens 13 000 Euro bringen müssen. Eine Rolex werde doch von Jahr zu Jahr wertvoller.

Der Anwalt des Kreditgebers widersprach: Das gelte vielleicht für andere Rolex-Uhren. Aber: „Das hier war doch eine Zuhälter-Kartoffel! Nicht umsonst wurde sie an einen Hamburger Juwelier verkauft.“ Uneinig waren sich die Parteien auch darüber, ob drei wertvolle Sektkübel ebenfalls als Sicherheit für das Darlehen übergeben wurden oder als Geschenk.

Doch schließlich einigten sich beide Seiten darauf, dass Poldi die Standuhr und die Sektkühler zurückerhält. Er wird im Gegenzug noch 6000 Euro an den Bekannten zahlen und zwar in Raten von 500 Euro. Dessen Anwalt nahm diesen Vergleich auf Widerruf mit. Sein Mandant, der in Südafrika lebt, muss dem noch zustimmen.

Katharina Rüth

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