Schneepremiere für junge Jecke
14.02.2010 | 17:27 Uhr 2010-02-14T17:27:00+0100Düsseldorf. Eine dicke Wollstrumpfhose und ein warmes Unterhemd: Clown Patrick (3) ist bestens eingepackt. Die Windel hat gleich eine doppelte Funktion: Sie schützt vor Nässe von innen und vor Kälte von außen.
Nur das „Helau” kommt am Samstagmittag noch etwas zurückhalten über die Lippen des Clownnachwuchses. Da muss dann Papa einspringen. Schneepremiere für die Mini-Jecken: Seit vier Jahren feiert der närrische Nachwuchs den Karnevalssamstag mit einem Umzug durch die City. Dieses Wochenende zogen die 800 Kinder dabei zum ersten Mal durch den Schnee.
Eine Tonne Kamelle, finanziert vom Comitee Düsseldorfer Carneval (CC), schmissen die 34 Fußgruppen. „Wir haben 750 Tragetaschen gepackt”, erklärt Dieter Prüll (63), Ex-Altstadt-Sheriff und Organisator des Kinderumzugs. Laute Unterstützung kam mit den fünf Kapellen unter anderem aus Hannover, Lübeck und Bayern. Die Kinder der Grundschule an der Helmholtzstraße trotzten dem Klimawandel als Pinguine. Die Kleinen der Kita Düsselthaler Straße kamen als bekleckste Malermeister. Und die Jungen und Mädchen der Grundschule Essener Straße forderten als „Freche Früchtchen” EU-finanziertes Schulobst.
CC-Präsident Engelbert Oxenfort nimmt einen Schluck dampfenden Kinderpunsch. „Ich habe vor vier Jahren einfach gedacht, wir müssen was für den Nachwuchs machen”, erklärt er. Sorgen macht sich Oxenfort bei diesem Wetter nur um die Bläser der Kapellen: „Wegen der Kälte können die mit den Lippen an den Instrumenten festkleben und sich verletzten.”
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