Schnee im Berufsverkehr sorgte für Staus und Unfälle in NRW

Schnee gab es am Montagmorgen in einigen Teilen von NRW. Vor allem an Rhein und Ruhr sorgte das für erhebliche Probleme auf den Straßen.
Schnee gab es am Montagmorgen in einigen Teilen von NRW. Vor allem an Rhein und Ruhr sorgte das für erhebliche Probleme auf den Straßen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Glatte Straßen haben am Montagmorgen den Verkehr in weiten Teilen NRWs erheblich gestört. Auch bei Bus und Bahn kommt es zu Verspätungen. Der WDR meldete am Morgen mehr als 400 Kilometer, vor allem an Rhein und Ruhr. In Essen räumte der Winterdienst Probleme ein: Die Räumfahrzeuge stehen im Stau.

Essen/Duisburg/Vest.. Der Winter ist zurück. "Es schneit unter anderem am Rhein, in Düsseldorf, im Ruhrgebiet", erklärt Meteorologe Jürgen Weiß vom Wetterdienst Meteomedia am Montagmorgen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte, im südlichen Teil von NRW, unter anderem im Sauer- und Siegerland sowie im Märkischen Kreis, vor "markantem Wetter". Für den Rest von NRW gelten Wetterwarnungen. "Zwischen einem Hochdruckgebiet über Skandinavien und einem Tief über Westeuropa gelangt mit einer nordöstlichen Strömung kalte Luft nach Nordrhein-Westfalen", erklärt der DWD.

Kalt erwischt hatte der Schnee den Landesbetrieb Straßen.NRW: "Die Wetterdienste hatten zwei Zentimeter Schnee vorhergesagt, an Rhein und Ruhr waren es dann aber zehn Zentimeter", sagte Sprecher Bernhard Löchter. Die Räumdienste seien die ganze Nacht im Einsatz gewesen.

Doch der Schneeeinbruch am Morgen ließ das ausgestreute Salz auf den Straßen rasch unwirksam werden: "Dem sind wir anfangs nicht mehr Herr geworden", sagte Löchter. Insgesamt 700 Winterdienstfahrzeuge sind auf den Autobahnen und Landstraße in NRW im Einsatz. Bernhard Löchter: "Wir stellen uns für die nächsten Tag auf weiteren Schneefall ein".

Lastwagen mit Sommerreifen blockieren Straßen in Duisburg

Die meisten Autofahrer sind laut Polizei besonnen auf Schnee und Eis unterwegs gewesen. Die Leitstelle Dortmund meldete gegen 9 Uhr 15 Unfälle, etwas später wurde die Zahl auf "mehrere Dutzend" heraufgesetzt. In den Städten im Kreis Unna hatte es insgesamt 21-mal gekracht. Die Polizei im Kreis Mettmann zählte bis zum Mittag insgesamt 25 Verkehrsunfälle wegen Schnees und glatter Straßen; es sei bei Blechschäden geblieben. In Essen sei die Situation "harmlos", Bürger hätten bislang lediglich Streudienste angefordert, hieß es dort am Morgen. Aus Witten wurden 14 Unfälle im morgendlichen Berufsverkehr gemeldet, aus dem Rhein-Erft-Kreis insgesamt 23. In Meschede lagen bis 6.30 Uhr "keine Störungen" vor, dort hatte es auch nicht allzu stark geschneit.

Auto In Hagen wurden bei drei Zentimeter Neuschnee keine größeren Verkehrsbeeinträchtigungen gemeldet, der Niederrhein blieb vom Schnee weitgehend verschont. Im Kreis Gütersloh wiederum hatte es stärker geschneit. Dort zählte die Polizei am Montag 56 Karambolagen wegen des Schnees. Ein Glätteunfall mit zwei schweren Lastwagen und drei Autos richtete allein einen Schaden von 100.000 Euro an. Verletzt worden sei aber niemand. Nachdem ein Lkw auf einer abschüssigen Ausfahrt der A2 auf vorausfahrende Autos gerutscht war, gab es lange Staus.

Die Polizei Duisburg meldete am Morgen zahlreiche Blechschäden durch Auto-Karambolagen. Glatteis und zehn Zentimeter Neuschnee würden in der ganzen Stadt für Verkehrsprobleme sorgen. Die Polizei hat dort seit dem Morgen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu kämpfen: Mehrere Lastwagen mit Sommerreifen waren auf den glatten Straßen an mehreren Stellen im Stadtgebiet stecken geblieben; schon leichte Steigerungen auf Brücken oder in Auffahrten wurden für sie zum unüberwindbaren Hindernis, erklärte ein Polizeisprecher. Die Fahrer müsste mit einem Bußgeld rechnen, möglicherweise sogar mit einer Anzeige, wegen erheblicher Verkehrsbehinderung.

Winter brachte doppelt so viele Staumeldungen

Der WDR meldete um 9 Uhr mehr als 400 Kilometer Stau in NRW, eine halbe Stunde danach sogar mehr als 450 Kilometer. Am Mittag beruhigte sich das Verkehrsaufkommen, gegen 11 Uhr wurden laut WDR noch etwa 150 Kilometer Stau auf den Autobahnen gezählt. In den Innenstädten an Rhein und Ruhr war allerdings auch da noch Schneckentempo angesagt. Kaum voran ging es am Morgen vor allem auf der A52 zwischen Düsseldorf und Essen. Auch auf Teilen der Autobahnen 40 und 57 stand der Verkehr: Besonders betroffen war der Raum Duisburg-Mülheim-Krefeld.

Die Autobahnpolizei in Düsseldorf sprach am Morgen von einer angespannten Situation auf den Straßen, insbesondere aus Richtung Ruhrgebiet und Wuppertal. Die Verkehrsleitstelle NRW der Polizei zählte gegen 9 Uhr insgesamt 80 Staumeldungen in NRW, eine halbe Stunde zuvor seien es insgesamt 100 gewesen; normal an einem Montagmorgen sei etwa die Hälfte. Dabei staute sich der Verkehr am Morgen vor allem auf den Autobahnen im westlichen Ruhrgebiet.

Winterdienst in Essen Opfer des Schnees - Räumfahrzeuge im Stau

Ein Sprecher der Autobahnpolizei Düsseldorf räumte ein, "wir sind vom Schnee-Einbruch überrascht worden". Laut Polizei gebe es zudem viele liegengebliebene Fahrzeuge an den Autobahnen, möglicherweise weil es an Frostschutzvorkehrungen mangelte, vermutete der Polizeisprecher. Er mahnte Autofahrer: "Der Winter ist noch nicht vorbei".

In Essen hat selbst der Winterdienst mit dem Schnee zu kämpfen. "Unsere Fahrzeuge stehen mit im Stau", erklärte Winterdienstleiter Rolf Friesewinkel von den Essener Entsorgungsbetrieben am Morgen auf Anfrage. Der flächendeckende Schneefall sei "zur Unzeit" gekommen, nämlich genau zu Beginn der Rushhour gegen 6.30 Uhr. In der Nacht hatte es nur im Essener Nordwesten geschneit, "da lagen wir noch voll im Räumplan", sagte Friesewinkel. Zusätzlich erschwert wurde die Arbeit der 16 Räumfahrzeuge noch durch die starke Verkehrsbelastung auf den Autobahnen, sagte Friesewinkel am Morgen: "Da drängen so viele Fahrzeuge in die Stadt, dass wir den Verkehr derzeit nicht zum Fließen bekommen". Nach Einschätzung von Friesewinkel sollten die Hauptverkehrsstraßen in Essen bis 11 Uhr weitgehend geräumt sein.

Verspätungen bei vielen Bussen und Bahnen

Auch der öffentliche Personen-Nahverkehr hat mit dem Schnee zu kämpfen: Neben der Essener Evag melden zahlreiche weitere Verkehrsunternehmen, dass der Fahrplan am Montag eher Makulatur sein wird. "Bitte planen sie für Ihre Fahrt heute etwas mehr Zeit ein", bitten etwa die Vestischen Verkehrsbetriebe im Kreis Recklinghausen ihre Kunden um Verständnis für die Folgen des Wintereinbruchs. Die Evag meldete am Montagmorgen für alle Linien bis zu 30 Minuten Verspätung. Die Düsseldorfer Rheinbahn sprach von "kleineren Verspätungen" auf den Bus-Linien.

Bei den Duisburger Verkehrsbetrieben gibt es erhebliche Probleme im Busverkehr. DVG-Sprecher Helmut Schoofs meldet am Vormittag zwischen 20 und 40 Minuten Verspätungen. Die DVG hat wegen des Schnees auf den Straßen alle Gelenk-Busse eingezogen und durch Zweiachs-Busse ersetzt, "weil die Gelenkfahrzeuge bei Schnee zu viele Probleme haben". Für Nahverkehrskunden wird es also bis auf Weiteres auch erstmal enger in den Fahrzeugen. Schoofs: "Wir halten den Verkehr aber zurzeit auf allen Linien aufrecht". Am Stau vorbeifahren wird zudem auch bei den Straßenbahnen schwierig: Besonders betroffen sei die Linie 903, die zwischen dem Duisburger Süden und Dinslaken verkehrt, erklärte Schoofs: "Die Linie steht an einigen Stellen mit den Autos im Stau".

Bahn AG meldet keine Probleme

Im Bahnverkehr läuft der Verkehr statt dessen weitgehend problemlos in NRW, sagte ein Sprecher der Bahn AG. Weichenausfälle seien bis dato am Montag nicht gemeldet worden. Grund dafür: Der Schnee-Einbruch sei ohne Wind gekommen. Der Sprecher: "Probleme an den Weichen entstehen meist durch Schneeverwehungen. Die eingebauten Heizungen schaffen es dann nicht so schnell, den Schnee abzutauen".

Unterdessen wird der Winter in NRW noch einige Zeit zu Gast sein: "Es bleibt kalt", fasst Jürgen Weiß von Meteomedia die Aussichten auf die nächsten Tage zusammen. Laut DWD muss weiter "mit Glätte durch Reif oder Schnee gerechnet werden." Auch in der Nacht zum Dienstag kann es im Westen weiter schneien. (kari/dae)