Sammlung Museum Kunstpalast öffnet nach Bauarbeiten wieder
27.04.2011 | 19:24 Uhr 2011-04-27T19:24:00+0200
Düsseldorf.Nach mehr als zwei Baustellen-Jahren wird die Sammlung Museum Kunstpalast in Düsseldorf wieder eröffnet. Es gibt freien Eintritt in den ersten beiden Wochen. 450 ausgewählte Kunstwerke zeigen sich in neuer Ordnung.
Die malerischen Helden schwärmen persönlich in der Stadt aus: Van Douvens Kurfürst Jan Wellem reitet im Bahnhofsfoyer. Böcklins schlafende Diana bettet sich werbewirksam auf den Rheinwiesen. Und van der Neers Badende lässt im Kö-Graben die Hüllen fallen. Allesamt sind sie als freigestellte Figuren ausgebüchst aus bekannten Gemälden, beflügelt von einer Botschaft an alle: „Wir sind wieder da!“
Brandschutz-Modernisierung und Dachsanierung hatten sie mehr als zwei Jahre in den Museumsdepots gefangen gehalten. Jetzt ist die „Kunst befreit“ - so das Motto der offensiven Image-Kampagne, die Jedermann ansprechen will: im Parfümerie-Schaufenster, auf dem Stadtteil-Marktplatz wie im Liegestuhl des Openair-Kinos am Rhein.
Zur Wiedereröffnung der Sammlung Museum Kunstpalast in Düsseldorf ab 7. Mai präsentieren sich 450 ausgewählte Kunstwerke der mehr als 100.000 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, Glasobjekte und kunstgewerblichen Exponate in neuer Ordnung. Ins „Schatzhaus der Düsseldorfer Bürger“ lädt Hausherr Beat Wismer in den ersten zwei Eröffnungswochen bis 22. Mai bei freiem Eintritt. Und ist froh, nach zweieinhalb Baustellen-Jahren ohne Sammlung „endlich zeigen zu können, in welche Richtung ich hier arbeiten möchte mit meinen Leuten.“
Klangdusche mit Frank Zappa
Er will den Facettenreichtum - „fünf Museen unter einem Dach!" polieren: Die Gemäldegalerie mit den besonderen „Pfunden“ Rubenssaal, Düsseldorfer Malerschule; die Moderne bis heute; die Mittelalter-,Gotik- und Barockskulpturen; die reiche Graphische Sammlung (die allerdings erst im Herbst eröffnet wird) und das umfassende Glasmuseum Hentrich sollen als Alleinstellungsmerkmale gegenüber den anderen Museen der Stadt ins profilgebende Licht gerückt werden.
Die besondere Düsseldorfer Geschichte und Geschichten der Sammlungen mit ihren kurfürstlichen und Akademie- Wurzeln will Wismer den Besuchern vor Augen führen. Dazu gehört auch die museale Wiederbelebung der 1967 von Künstlern wie Gerhard Richter, Heinz Mack, Ferdinand Kriwet und Günther Uecker gestaltete legendäre Szenekneipe „Creamcheese“. Aus Klangduschen werden Frank Zappa, Velvet Underground oder Can die zeitreisenden Besucher berieseln.
Nachdem die Bestände 2001 als Künstlermuseum daher kamen und 2005 im Dialog, etwa zwischen Mittelalter und Expressionismus, diskutiert wurden, hat sich Wismer jetzt für die klassische kunsthistorische Lösung entschieden. Chronologisch, in neuen Farb-Räumen mit besonderen Schwerpunkten aufgehängt und gestellt, soll die Kunstentwicklung vom Mittelalter bis zur Gegenwart nachvollziehbar werden. Neuankäufe und frische Dauerleihgaben fallen dabei ins Auge - wie Angelika Kauffmanns verschollen geglaubtes Bildnis der Stehgreifvirtuosin...“ oder Thomas Schüttes Rauminstallation „Mobiliar für ‘One Man Houses’.
Weiterhin Platzprobleme
Gebleiben sind die Platzprobleme des Museums, die insbesondere in der Modernen Abteilung dazu führen, dass die raumgreifenden Kunstwerke in kurzen Abständen ausgetauscht werden. Nicht zu sehen ist das Archiv der Künstlerischen Fotografie (AFORK). Ein „Best of“ der Fotos ist als Reise-Ausstellung konzipiert und gastiert demnächst in Moskau. Ein neuer Katalog wird erarbeitet und der Bestand ins Netz gestellt...
Auf welchen Wegen auch immer: „Kunst befreit“ - das Sehen und Denken!
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