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Kunst

Rundgang für Joseph Beuys im K20

02.09.2010 | 17:27 Uhr
Rundgang für Joseph Beuys im K20

Düsseldorf.Wenn am 10. September um 20 Uhr im K20 die große Werkschau „Joseph Beuys. Parallelprozesse“ eröffnet, haben Düsseldorfer Schüler die Ausstellung schon gesehen. Denn die dürfen sich nachmittags ein Bild machen.

Von 15 bis 17 Uhr können sich die Jugendlichen gegen Vorlage des Schülerausweises durch die Beuys’schen Welten bewegen.

Aber das ist nur ein Teil des Begleitprogramms. In einem Workshop haben junge Frauen zwischen siebzehn und zwanzig ein Ausstellungsmagazin in einer Auflage von 5000 Exemplaren produziert, das beim Museumsbesuch kostenlos mitgenommen werden kann. Im visuellen Stil eines Szene-Magazins wird gefragt: „Wer ist eigentlich Joseph Beuys?“

Beuys, die Stilikone

Da gibt es auch eine „Fashion-Seite“, auf der ein Foto des Künstlers in seinem typischen Outfit zu sehen ist. „Zu seinen Aktionen hatte er immer dunkle schwere Arbeiterstiefel an... ein komfortables Schuhwerk. Es spiegelt in gewisser Weise Beuys´ Bodenständigkeit wider“, schreibt Seida Köksal. Auf Spurensuche hat sich Natalie Dayekh in der Kunstakademie gemacht - und musste feststellen, dass es dort gar keine konkreten Spuren von Beuys mehr gibt. Dennoch gelingt ihr ein stimmungsvoller Essay über die Atmosphäre des beeindruckenden Gebäudes, mitsamt Erinnerungen an die wirkungsmächtige Präsenz des Mannes.

Eine anderes Projekt ist im wahrsten Sinne des Wortes Begleitung. Melanie Horst hat ein Faltblatt mit einem Beuys-Stadtplan entworfen, der die Straßen und Orte zeigt, an denen Kunstgeschichte geschrieben wurde. Natürlich finden sich hier die Akademie oder die Drakestraße in Oberkassel, wo der Künstler sein Wohnatelier hatte. Auch in die Neubrückstraße führt der Plan. Das Haus Nr. 12 beherbergte einst den legendären Szene-Treff „Creamcheese“. Hier fand im Rahmen einer Aktion von Anatol Herzfeld eine Performance von Beuys statt, bei der er sich ganz auf die eigene Körpersprache beschränkte. „Handaktion/Eckenaktion“ nannte er das. In der Andreasstraße gab es einst das „Büro für direkte Demokratie“, das 1970 als Anlaufstelle für Beuys’ politische Arbeit diente. Heute wird dort Schmuck verkauft. Die blauen Fensterscheiben sind aber noch vom Künstler persönlich eingesetzt worden.

„Von Beuys inspiriert“ heißt eine Reihe im Schmela-Haus, bei der sich Künstler über ihre Beziehung zu dem Mann mit Hut äußern, darunter Jonathan Meese und Klaus Staeck.

„Wir sind die Generation, die eine Ausstellung über Beuys macht, ohne ihn persönlich gekannt zu haben“, sagt Marion Ackermann, Direktorin der Kunstsammlung. Genau darin liegt aber auch die Chance, Beuys neu oder wieder zu entdecken.

Thomas Hag

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