Rosenmontag - Düsseldorfer Polizei schaut wachsam auf Dügida-Anhänger

Auch bei der Verkleidung gibt es Grenzen. Wenn sie anderen Angst macht, wird die Polizei am Rosenmontag eingreifen.
Auch bei der Verkleidung gibt es Grenzen. Wenn sie anderen Angst macht, wird die Polizei am Rosenmontag eingreifen.
Foto: Bernd Lauter
Die Polizei in Düsseldorf rechnet während des Rosenmontagszugs nicht mit größeren Problemen durch Dügida-Anhänger. Vorbereitet ist sie trotzdem.

Düsseldorf.. Noch vor wenigen Tagen hat man sich bei der Polizei auf das Szenario „Dügida demonstriert auch am Rosenmontag“ einstellen müssen. Nach der Demo-Absage vom Dienstag haben die Beamten nun zwar eine Sorge weniger, Dügida beschäftigt sie aber auch weiterhin. „Wir gehen davon aus, dass wir am Montag ‘Business as usual’ haben werden, aber mit einem kleinen zusätzlichen wachen Auge“, sagt Einsatzleiter Harald Wilke. Er spielt damit auf die Ankündigung der Rechtsextremisten an, sich „als Mohammed, als Terroristen, Salafisten verkleidet“ unter das Karnevalsvolk mischen zu wollen.

Statt eine solche Aufmachung explizit zu verbieten, setzt die Polizei auf aufmerksame Beamte: „Es gibt keine polizeiliche Zensur, was die Verkleidung angeht“, sagt Wilke, „es gibt aber Grenzen.“ Wenn jemand überziehe und den Karneval missbrauche, um Angst und Schrecken zu verbreiten, werde man entsprechend reagieren. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir das unter Kontrolle halten“, so Wilke weiter.

Auch Polizei kennt Motivwagen noch nicht

Rund 900 Polizisten werden insgesamt im Stadtgebiet im Einsatz sein. Der Bereich rund um den Hauptbahnhof soll trotz der Absage der Dügida-Demo besonders beobachtet werden.

Keine Sorgen machen Wilke die bis Rosenmontag geheim gehaltenen Motivwagen von Jacques Tilly. „Die Organisatoren haben gesagt, wir sollen uns keine großen Gedanken machen und da verlassen wir uns auch drauf.“ Die Wagen würden mit Sicherheit frech sein, aber nicht über einen gewissen Punkt hinausgehen. Deshalb habe Wilke auch nicht eingefordert, die Wagen vorher sehen zu dürfen: „Wir sind genauso gespannt wie alle.“

Glasverbot und Platzverweise

Wagenbauer Tilly hat in der Vergangenheit bereits Osama bin Laden, Salafisten und andere religiöse Eiferer, aber auch Rechtsradikale auf die Schippe genommen. Den Propheten Mohammed werde er aber nicht auf einem seiner Wagen mitfahren lassen, wie er schon im Vorfeld ankündigte: „Ich bin doch nicht lebensmüde.“

Auch in diesem Jahr gilt in der Altstadt wieder ein Glasverbot: von 8 Uhr am Rosenmontag bis 5 Uhr am nächsten Morgen. An Altweiber tat es bereits gute Dienste: Acht Menschen verletzten sich durch Glasscherben, vor dem Verbot lag die Zahl meist deutlich über 100.

Aggressiven Karnevalisten will die Polizei zudem mit Platzverweisen beikommen. Die Randalierer dürfen dann einen bestimmten Bereich der Innenstadt bis zum nächsten Morgen nicht mehr betreten. An Altweiber nutzte die Polizei dieses Mittel 83 Mal.

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