Rocker-Zoff: Polizei ist gewappnet

Die Polizei ist nach der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Rockerbanden in der Altstadt weiter in Alarmbereitschaft. „Wir gehen von einem normalen Altstadt-Wochenende aus“, sagt Polizeisprecher Markus Niesczery. „Aber wir sind auf alles vorbereitet.“ Die Polizei habe über das Wochenende genug Beamte im Einsatz, um schnell und entschieden eingreifen zu können. „Wir werden jede Auseinandersetzung möglichst verhindern oder sofort intervenieren“, sagt Niesczery.

Er verweist auf die Schnelligkeit, mit der die Polizei am vergangenen Wochenende ein Großaufgebot für die Altstadt mobilisierte, nachdem sie erfahren hatte, dass sich Rocker aus Oberhausen auf den Weg gemacht haben – mehr als 150 Polizisten erwarteten sie in Düsseldorf. Einsatzdetails fürs kommende Wochenende will die Polizei aus strategischen Gründen nicht nennen. Anlass für das von der Polizei verhinderte Rockertreffen soll eine seit einem Jahr schwelende Fehde zwischen Hell’s Angels und Bandidos sein. In der Neujahrsnacht hatte ein den Bandidos nahestehender Türsteher drei Höllenengel an der Tür des Clubs „Lion“ in der Bolkerstraße abgewiesen. Die Rocker kehrten wenig später mit einer großen Gruppe zurück, versuchten mit Heizpilzen und Verkehrsschildern die Tür aufzubrechen. Der 40-jährige Türsteher schoss von innen durch die verschlossene Tür. Wenige Stunden später meldete sich ein 24-jähriger, unbeteiligter Altstadtbesucher: Er hatte einen Brust-Durchschuss erlitten, verursacht von einem Querschläger.

Seitdem gibt es Sorgen vor einem blutigen Rockerkrieg in Düsseldorf. Polizei und Stadt kündigen ein hartes Vorgehen an. Als Folge der Ereignisse in Düsseldorf hat die Polizei am Mittwoch in Duisburg ein Bordell kontrolliert, das als Rocker-Treffpunkt gilt. Die Nachbarstadt galt als Epizentrum der Auseinandersetzungen, seit dort im Jahr 2009 ein Bandido von einem Mitglied der Hell’s Angels erschossen wurde. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt, die Polizei konnte verhindern, dass sich weitere Rocker-Gruppen ansiedeln. Duisburgs Polizeipräsidentin Elke Bartels, die mit ihrem Düsseldorfer Amtskollegen Norbert Wesseler über das Thema sprach, sieht die positive Entwicklung als Folge des harten Durchgreifens der Polizei – wie es die Sicherheitsbehörden auch für Düsseldorf ankündigen. „Das Wichtigste ist eine hohe Präsenz“, sagt Bartels. „Man muss den Rockern klar zeigen, wer Herr im Haus ist.“ Der zuständige städtische Dezernent Stephan Keller sieht die Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes gut gerüstet für den Einsatz heute und morgen Abend. „Unsere Leute wissen, was es heißt, in der Altstadt Dienst zu tun. Bei uns arbeiten Profis“, sagte er. Der OSD überwacht in der Altstadt unter anderem Gaststätten und Gewerbe (einschließlich Schwarzarbeitsbekämpfung) sowie die Einhaltung des Jugendschutzes und ist zuständig dafür, dass die Straßenordnung durchgesetzt wird.