Düsseldorf

Rochusmarkt steht vor einem Neuanfang

Auf dem Rochusmarkt wurde rege über die Zukunft in Pempelfort diskutiert.
Auf dem Rochusmarkt wurde rege über die Zukunft in Pempelfort diskutiert.
Foto: Andreas Bretz
Was wir bereits wissen
Für den Rochusmarkt im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort gibt es durchaus Interessenten für einen Wochenmarkt, aber noch fehlt ein schlüssiges Konzept.

Düsseldorf.  . Was manche Anwohner wohl schon nicht mehr für möglich gehalten haben, nimmt zunehmend Form an: Es kommt Bewegung in eine Neugestaltung des lange vernachlässigten Rochusmarktes. Jetzt fand endlich die seit dem vergangenen Jahr von der FDP in der Bezirksvertretung 1 beantragte Ortsbegehung statt. Anwohner und Politiker aller Parteien nahmen ebenso teil wie Vertreter aller infrage kommender Ämter. Das Fazit nach fast zwei Stunden angeregter Diskussionen: Der heruntergekommene Rochusmarkt hat eine Zukunft – man muss nur wirklich wollen und die geeigneten Maßnahmen genau abwägen.

Erste frohe Botschaft von Verwaltungsseite: Die mehrfach von der Politik angemahnte Schaffung von Unterflurcontainern für Altglas und Altpapier kommt „sehr bald“, nachdem an der Bagelstraße ein geeigneter Standort, unter dem keine Leitungen verlaufen, gefunden wurde – zwei Parkbuchten weiter als jetzt. Geld dafür steht seit dem Vorjahr schon bereit.

Sehr viel schwieriger zu klären war die Frage, ob und wenn ja in welcher Form ein Wochenmarkt auf dem Platz weiterhin Sinn macht. Und wie man es schafft, dass der einzig verbliebene Händler vor Ort, der bei Ex-Kollegen ebenso in der Kritik steht wie bei Anwohnern, den Rochusmarkt nicht länger als sein eigenes Betriebsgelände betrachtet. In der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung waren die Politiker dem Verwaltungsvorschlag, das Marktrecht einfach ganz aufzuheben, nicht gefolgt. Klaus Meyer, Leiter des zuständigen Amtes für Verbraucherschutz, begründete diesen Alles-oder-Nichts-Schritt gestern noch einmal damit, dass man aktuell keine weiteren Händler finden würde, die Interesse an einem Stand auf dem Rochusmarkt hätten. Das wiederum vermochte Anwohnerin Heidi Desombre im Ansatz zu widerlegen: Sie überreichte Meyer die Namen von gleich fünf Interessenten in einem Briefumschlag. Auch ein ehemaliger Blumenhändler vom Rochusmarkt sagte überzeugt: „Das Potenzial ist hier auf jeden Fall vorhanden.“

Dennoch: Die aktuelle Marktsatzung sehe einen Wochenmarkt von Montag bis Samstag vor, erinnerte Meyer. „Jeden Tag werden sich Händler hier jedoch nicht hinstellen, das lohnt sich nicht. Kommt aber jeder an einem anderen Tag, fehlt für den Kunden die Kontinuität.“ Ergo: Die Marktsatzung müsse entsprechend geändert und auf wenige Tage begrenzt werden.

Den ungeliebten Händler ohne konkreten Anlass die Zuweisung zu verweigern und ihm damit womöglich die Existenzgrundlage zu entziehen, gehe nicht, warnte Cordula Rütten vom Amt für Verbraucherschutz vor hohen juristischen Hürden. Außerdem bereite Meyer der „Trick“, die Marktsatzung kurzfristig aufzuheben, um sie wenig später revidiert wieder einzuführen, „erhebliche Bauchschmerzen“.

Größere bauliche Maßnahmen, darin waren sich am Ende alle einig, würden wenig Sinn machen und möglichen neuen Händlern nur den Platz nehmen. Die berüchtigte, von dem verbliebenen Markthändler angelegte „Schmutzecke“ zur Lagerung von Waren ebenso vom Markt zu verbannen wie den wenig ansehnlichen Imbisspavillon, das sollte aber ebenso das Bestreben aller Beteiligten sein wie das Verbot, den Platz permanent zuzuparken.