Rheinbahn will jeden fünften Zug verkaufen
20.09.2009 | 09:23 Uhr 2009-09-20T09:23:00+0200
Düsseldorf. Die Tage der alten Bahnen sind gezählt: Bis 2012 sollen alle 59 gelben und rot-weißen Straßenbahnen ausgemustert und wohl nach Osteuropa verkauft werden.
Gehbehinderte und Senioren werden sich freuen. Für sie sind die hohen Tür-Stufen eine Zumutung. Andere werden die ruckelnden, schier unverwüstlichen gelben Bahnen vermissen. Die über 40 Jahre alten Züge haben das Stadtbild mitgeprägt.
Die Rheinbahn hätte sich längst von ihren alten Wägelchen getrennt. Doch als vor einigen Jahren bei den neuen Straßenbahnen („Silberpfeile”) kleine Risse in der Karosserie für große Schlagzeilen sorgten und Hersteller Siemens eines der größten Sanierungsfälle seiner Geschichte hatte, behielt man die alten Züge - sicher ist sicher.
Das ist nicht mehr nötig. Die Reparatur der Silberpfeile ist im November abgeschlossen. Mit dem Bau der Wehrhahnlinie und dem Kauf von 61 U-Bahnen der neuesten Generation kann die Straßenbahn-Flotte nun deutlich verkleinert werden. Derzeit hat die Rheinbahn 300 Schienenfahrzeuge.
Interessenten für die Straßenbahnen, die bald aufs Abstellgleis kommen, gibt es bereits. Die polnische Stadt Krakau mit über 756 000 Einwohnern wurde auf die rot-weiße Modell-Reihe „GT 8” (Baujahr 1974/75) aufmerksam. Vor einigen Wochen tauchte eine Delegation der Krakauer Verkehrsbetriebe bei der Rheinbahn auf, kaufte sofort eine der rot-weißen Straßenbahnen, schickte sie per Tieflader nach Polen - und scheint mit dem Düsseldorfer Zug mehr als zufrieden zu sein.
Die Rheinbahn will sich nun an der geplanten Ausschreibung bewerben „und wir sehen gute Chancen, dass wir die anderen Züge auch nach Krakau verkaufen können.” so Sprecher Georg Schumacher. Es wäre der größte Gebrauchtbahnen-Verkauf seit einem Jahrzehnt. Schumacher: „Es wäre eine tolle Werbung für Düsseldorf, wenn unsere Bahnen in der schönen Altstadt von Krakau fahren.”
Zuletzt wurden 1995 nach Posen 80 ausgemusterte Straßenbahnen gebracht, die im Volksmund „Helmut” heißen - benannt nach dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl.
Von den noch auszumusternden Modellreihen soll jeweils ein Exemplar für die historische Flotte hier bleiben. Die wird künftig, so will es die FDP-Fraktion, in den denkmalgeschützten Hallen des Rheinbahn-Depots „Am Steinberg” untergebracht. „Dieses Gelände wird für den Betrieb nächstes Jahr nicht mehr benötigt”, betont Fraktionsgeschäftsführer Manfred Neuenhaus. Er will, dass dort Düsseldorfer Straßenbahngeschichte erlebbar gemacht wird und Schulklassen Exkursionen angeboten werden. Eine Art Verkehrsmuseum, nur mit dem Unterschied, dass die Räder sich weiter drehen.
01:24
Ich kann mich denn anderen nur anschliessen !
Warum Neue Bahnen, die alten tuhn es auch noch !!!
(Bevor sie im Auslandverkauft werden sollten sie lieber hier weiter Fahren, z.b. nur auf der 716 oder 713 !
Wenn sie hier nicht mehr fahren ist das stadtbild nicht mehr wie vorher !
Die alten Bahnen gehören einfach zum Stadtbild !
Wie der Rheinturm, schloßturm, Altstadt u.s.w.
Mann sieht ja das neu nichts bringt, im schnee haben sie verloren !!!
Alt ist hart Besser als Neu !!!
Da regt die menschheit sich auf über Harts4 Empfänger !!!
Einfach sowas von schwachsinn !!!
Da wird doch unnötig Geld aus dem Fenster geworfen !!!
Und die neue U-Bahnlinie ist auch unnötig,
dann schaun mann ja nur vor der wand, als was von der stadt zusehn !
Aber die Reichen haben oben freie bahn,
Und wir !????
Naja den rest spar ich mir lieber !!!
21:18
Doch man kann alles.
Man kann auch wieder sämtliche Maschinen Abschaffen und den Faustkeil Benutzen.
Der liegt kostenlos an jeder Straßenecke rum.
Und anstatt das Fleisch beim Metzger oder Supermarkt zu kaufen gehen wir dann selbst auf die Jagd. Dann werden nur die Banken die uns in letzter Zeit mehrere Milliarden gekostet haben wieder überflüssig. Könnte man drüber nachdenken.
PS: Ein wenig Spaß muss sein.
Ich denke, das Sie Lieber drmccoy, das auch so gemeint hatten.
20:51
Ich finde das schon witzig, hier werden die alten GT6/GT8 ausrangiert und dort drüben fahren die alten Bahnen munter weiter. Hätte man nicht einfach ein Niederflurmittelteil in den GT6/GT8 einbauen können? Das wäre doch wohl günstiger als moderne Bahnen zu kaufen die dann ständig defekt sind.
08:47
Die Rot-Weißen gehen nach Krakau, okay. Aber die Gelben? Bitte nicht verschrotten!
Andere Städte sind berühmt für ihre nostalgischen Schätzchen, z.B. London für seine Doppelstockbusse und die schwarzen Taxis, New York für seine gelben Taxis. Die Gelben haben bei uns eine ähnliche Rolle, ganz aus dem Stadtbild sollten die nicht verschwinden. Soetwas wie eine Nostalgielinie für Touristen (Altstadt - Medienhafen o.ä.) wäre zu überlegen...
23:13
wenn Millionen für neue Bahnen aus dem Fenster geworfen werden, muss man sich über hohe Fahrpreise nicht windern- die gelben Bahnen hätte noch viele Jahre ihren Dienst getan
15:13
Interessant finde ich vor allem, dass diese Zumutung für die östlichen Länder gut genug ist.
Sind wir schon wieder - oder immer noch - so weit???
13:18
Obacht! Selbst in Düsseldorf soll es mal schneien. Großer Spaß, wenn die Siemens. Sensibelchen dann pausieren...
11:20
Zum Thema Körperkontakt ist wohl das beste Beispiel Dortmund mit dem Unterschied N8C und NGT8. Beide Straßenbahnen haben das fast das gleiche Lichtraumprofil (10cm is der N8C schmaler) aber komischerweise hat der NGT8 4 Sitze in der Reihe statt wie beim N8C nur 3. Was ist also passiert? Sitzabstand und Zwischengang deutlich verengt. Desweitern dieses Thema Komfort, immer heißts mehr Komfort, doch es ist meist eine schöne Umschreibung zum Gegenteil, und da stehen die DSW in diesem Fall nicht alleine da. Das ist überall bei neuen Fahrzeugen, ob Eisenbahn oder Straßenbahn. N8C - Dicke gepolsterte Ledersitze, beim NGT8 Plastiksitze mit nem Textilüberzug. Das nenne ich doch mal Komfort.
10:44
„Es wäre eine tolle Werbung für Düsseldorf, wenn unsere Bahnen in der schönen Altstadt von Krakau fahren.” - Hat der Mann noch Verstand? Zumindest ist er zynisch.
13:38
Also verdreckt sind die gelben Bahnen nicht. Und die neuen Bahnen finde ich persönlich viel enger. Die Gänge, besonders wo man mit dem Rücken zur Scheibe sitzt sind eher eine Zumutung. Und am Ende vom Zug in dem Abteil sitzen nur Jugendliche, meist mit Migrationshintergrund, die auf der Lehne sitzen und die Füße auf den Sitzen haben. Die neuen Bahnen haben nicht mal eine Klimaanlage, was ich bei den Ticketpreisen schon eher erwarten würde, denn in anderen Städten geht das auch. Wieso nicht in Düsseldorf?
Und die Ansagen zum Teil auf Englisch, aber nicht die Fahrpläne oder Haltestellen-Wegweiser...da muss noch viel passieren inder internationalen Messestadt Düsseldorf