Rhein-Ruhr-Express: Viele Fragen zum Schallschutz

Oberbilk/Bilk.. Für den neuen Regionalzug Rhein-Ruhr-Express (RRX), der die Großstädte in der Region besser anbinden soll, sind in Stadtteilen wie Bilk und Oberbilk Umbauten und Schallschutz-Maßnahmen notwendig. Wie die Pläne der Deutschen Bahn im Stadtbezirk 3 im Detail aussehen, stellte der technische Projektleiter der Bahn, Michael Kolle, den Stadtteil-Politikern in der Sitzung der Bezirksvertretung vor.

Von den Umbauten betroffen ist der Volksgarten: So will die Bahn die Nord-Süd-Strecke durch die Innenstadt durchgehend auf sechs Gleise ausweiten und dafür auch in die Freizeitanlage bauen. Auf dem Stück zwischen Auf’m Hennekamp und Emmastraße soll die Strecke um mehrere Meter in den Park verbreitert werden. Wegen der Aufstockungen der Gleise sind an mehreren Orten im Bezirk Brückenanpassungen vorgesehen (Kruppstraße, Emmastraße, Oberbilker Allee).

Stichwort Volksgarten

Fragen gab es nach der Vorstellung der Pläne vor allem zum Lärmschutz. So wollte Sabine Steinbrink-Neubacher (SPD) wissen, warum am Volksgarten keine Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Dass das Areal als Ort eingestuft wird, an dem man sich nicht acht Stunden aufhält und daher keine Maßnahmen erforderlich sind, konnte sie nicht nachvollziehen: Viele Familien würden dort viel Zeit verbringen, und dann sei es nicht optimal, wenn „acht Züge pro Stunde dort vorbeisausen.“ Der Lärmschutz beschäftigte auch Rainer Matheisen (FDP). Er wollte wissen, ob die Hauseigentümer bei einer absehbaren Lärmbelästigung durch den RRX einen Antrag auf Lärmschutzmaßnahmen stellen müssen. Das sei nicht erforderlich: Nach Vorlage des Schallgutachtens werde man auf alle Eigentümer zugehen, so die Bahn.

Ralf Klein (CDU) wollte mehr zu den Auswirkungen des RRX-Baus auf die Tribüne des Vereins TuRu 1880 erfahren (der Verein hat sein Stadion an der Feuerbachstraße 82, Zufahrt über Auf’m Hennekamp). Während der Umbauten wird das Fußballspielen dort laut Kolle nicht möglich sein. Doch man sei in Gesprächen mit dem Sportamt, um für Ausweichmöglichkeiten zu sorgen. Nach Abschluss der Bauphase könne die Sportanlage wieder genutzt werden. Der RRX soll die Großstädte an Rhein und Ruhr besser verbinden. Zum Beispiel soll vier Mal pro Stunde ein Schnellzug zwischen Düsseldorf und Köln verkehren, bislang gibt es nur zwei Fahrten. Gebaut wird in Düsseldorf frühestens ab 2020. Matheisen (FDP) wertete das Projekt in der Sitzung der Bezirksvertretung 3 als „Riesenchance für Düsseldorf“, um die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern.

In Angermund, das auch von den Umbauten für den RRX betroffen ist, hat sich eine Initiative gegründet, weil sie durch den Zug eine erhebliche Lärmbelästigung befürchtet. Ihre Idee, die gesamte Bahntrasse in den unterirdischen Bereich zu verlegen, lehnte die Bahn aus Aufwand- und Kostengründen vor kurzem ab.