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Rettung in letzter Minute

02.10.2012 | 17:12 Uhr
Rettung in letzter Minute
Unter Kontrolle: Der Feuerwehr gelang es schnell, den Brand im Seniorenheim auf der Grafenberger Allee zu löschen.Foto:Kai Kitschenberg

Düsseldorf. Plötzlich ging alles ganz schnell. Das Zimmer eines 76-jährigen Bewohners stand lichterloh in Flammen, beißender Rauch drang in die Flure des Seniorenheimes an der Grafenberger Allee 343.

Jetzt kam es auf jede Minute, jede Sekunde an. Dramatische Momente. Aber den dort besonders geschulten Mitarbeitern der Graf-Recke-Stiftung gelang es, alle sechs Heimbewohner rechtzeitig ins Freie zu bringen. „Das war wirklich bestens organisiert“, lobte später Feuerwehr-Sprecher Johannes Böcker.

Zimmer brannte lichterloh

Dienstag, 11.44 Uhr. Ein Mitarbeiter des Pflegeheimes, das nicht über eine automatische Brandmeldeanlage verfügt, wählte den Notruf 112: „Feuer im Seniorenzentrum!“

Die Leitstelle an der Hüttenstraße löste sofort Großalarm aus. Zwei Löschzüge mit Drehleitern, mehrere Rettungswagen und der Notarzt eilten zum Einsatzort. Als die ersten Retter eintrafen, schlugen bereits die Flammen aus einem Fenster im ersten Obergeschoss. Mit Atemschutz drangen die Feuerwehrmänner in das Gebäude und durchsuchten jedes Zimmer, um sich zu vergewissern, dass sich dort keiner mehr aufhält. Gleichzeitig spritzten sie aus mehreren Rohren große Mengen Löschwasser - auch deshalb, um zu verhindern, dass die Flammen auf das Dach übergreifen.

Polizei sperrte Straße

Die Einsatzkräfte brachten das Feuer schnell unter Kontrolle. Die Polizei konnte schließlich nach eineinhalb Stunden um 13.15 Uhr die Vollsperrung auf der Grafenberger Allee aufheben, von der neben dem Autoverkehr auch die Rheinbahn betroffen war.

Die sozialpsychiatrische Abteilung der Graf-Recke-Stiftung, die in dem Haus pflegebedürftige Bewohner betreut, hat sofort einen Krisenstab eingerichtet. Lediglich der 76-jährige Bewohner des ausgebrannten Zimmers hatte leichte Verletzungen erlitten. „Ich bin heilfroh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind“, sagte der theologische Vorstand Ulrich Lilie, der sich sofort über die Vorkommnisse informieren ließ.

Krisenstab eingerichtet

Der Krisenstab musste als erstes dafür sorgen, dass alle Heimbewohner „in eine andere adäquate Einrichtung“ untergebracht wurden, so Ulrich Lilie. Zudem müsse das Haus von einem Statiker begutachtet werden. Der wird prüfen, ob das Pflegeheim, in dem psychisch Erkrankte leben, überhaupt noch bewohnbar ist. Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf mindestens 80 000 Euro.

Die Brandursache ist noch nicht endgültig geklärt. Das zuständige Kriminalkommissariat KK 11 übernahm die Ermittlungen. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der Zimmerbewohner, der weiterhin von der der Graf-Recke-Stiftung betreut wird, den Brand ausgelöst haben könnte. Aber auch ein technischer Defekt ist möglich.

Michael Mücke


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