Renoviertes Schifffahrtmuseum öffnet wieder seine Türen

Es darf ausprobiert werden: Museumsleiterin Annette Fimpeler und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe testen einen Bootsmannstuhl, mit dem man Reparaturen in der Takelage oder am Schiffsmast durchführen kann.
Es darf ausprobiert werden: Museumsleiterin Annette Fimpeler und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe testen einen Bootsmannstuhl, mit dem man Reparaturen in der Takelage oder am Schiffsmast durchführen kann.
Foto: Christine Holthoff
Was wir bereits wissen
Zur Wiedereröffnung des Schifffahrtmuseums im Schlossturm können sich die Besucher zwei Tage lang kostenlos die Ausstellung anschauen.

Düsseldorf..  Um ihm auf den Grund zu gehen, dafür ist man eigentlich schon zu weit hinabgestiegen. Und doch lernen die Besucher genau hier, knapp acht Meter unterhalb des Rheins, wie dieser Strom so tickt, welche Kräfte er hat und wie man sie nutzen kann. Der Gewölbekeller, tief unten im Schlossturm auf dem Burgplatz, ist der neue Stolz des Schifffahrtmuseums, das am Samstag und Sonntag nach einjähriger Bauzeit seine Wiedereröffnung mit Tagen der offenen Tür feiert.

„Hier riecht es schon nach Rhein“, sagt Museumsleiterin Annette Fimpeler, während sie in der Mitte des schummrig ausgeleuchteten Runds steht. Neue Sicherheitstechnik macht es möglich, dass nun auch dieser Raum einen Teil der Ausstellung beherbergt. Aber das ist nicht die einzige Neuerung.

Im Schifffahrtmuseum spielerisch lernen

Das komplette Konzept wurde überarbeitet, neue Innenwände hochgezogen, maßgeschneiderte Vitrinen bieten nun auch Platz für große Schiffsmodelle wie etwa das vier Meter lange Exemplar eines Holländerfloßes, das nach 40 Jahren erstmals wieder gezeigt werden kann. Und: Die Ausstellung enthält zahlreiche interaktive Elemente. „Wir wollten vor allem auf unsere vielen jungen Besucher eingehen“, sagt Fimpeler: „Wenn man durch die eigene Bewegung eine Erkenntnis hat, braucht es auch keine Beschriftungen mehr. So kann man Geschichte erleben.“

Tatsächlich gibt es im neuen Schifffahrtmuseum eine Menge zum Ausprobieren und Anfassen. Los geht’s bereits unten im Gewölbe: Wer dort an einem Schaukasten dreht, sieht, warum Kurven einem Fluss gut tun. Nur langsam purzeln die kleinen Perlen durch das kurvenreiche Rhein-Modell, in der begradigten Version sind sie schon längst hindurchgerauscht. „In einem mäandernden Fluss fließt das Wasser sehr viel langsamer“, erklärt Fimpeler, „das hilft natürlich auch bei Hochwasser.“ Das wiederum kann man gleich nebenan per Knopfdruck selbst erzeugen.

Umbau kostete knapp 900.000 Euro

Einen Raum weiter sind Geschicklichkeit und Wissen gefragt. „Ordne die Muschel zu!“, heißt es da auf einer Tafel. Zebra-, Teich- oder doch vielleicht Körbchenmuschel? Mithilfe der Erklärung ist die Antwort kein Problem. Und auch das Seilknüpfen gegenüber erfordert zwar Fingerspitzengefühl, hat man den Dreh einmal raus, geht’s aber flott bis zum fertigen Netz.

Knapp 900 000 Euro haben Renovierung und Neukonzeption des Museums gekostet. Die Stadt beteiligte sich mit rund 250 000 Euro an den Investitionen, den Rest finanzierten Stiftungen und Sponsoren. So strahlt eine der ältesten Sammlungen zur Binnenschifffahrt des Rheins in neuem Glanz – und das auf nun sieben Etagen und rund 360 Quadratmetern, 81,4 mehr als zuvor.

Museumschefin Fimpeler jedenfalls ist froh, es geschafft zu haben. Und aufgeregt, wie das Publikum die neue Ausstellung annimmt. „Ob’s mir gefällt, ist die eine Sache, aber es muss auch den anderen gefallen.“

Die Antwort gibt’s schon am Samstag.