Renitenter Fahrgast drohte Düsseldorfer Busfahrer mit Mord

Das Ganze spielte sich an der Endhaltestelle der Linie 723 am Südpark ab.
Das Ganze spielte sich an der Endhaltestelle der Linie 723 am Südpark ab.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Einen Schock fürs Leben hatte ein Busfahrer der Rheinbahn, nachdem ein Fahrgast ihm eine Pistole an den Kopf gehalten hatte. Alles, weil der Fahrer an der Endhaltestelle stoppte. Das alles geschah auch noch vor den Augen der Kinder des 25-Jährigen, der sich nun vor Gericht verantworten musste.

Düsseldorf.. „Hau ab oder ich knall die ab!“ schrie der Fahrgast den Busfahrer an, hielt ihm eine Pistole an den Kopf. Und das alles nur, weil der 39-Jährige an der Endhaltestelle stehengeblieben war. Jetzt stand der 25-Jährige vor dem Amtsgericht.

Der Busfahrer war an jenem Samstag im September 2011 die Route der Linie 723 gefahren, bis zur Endhaltestelle Südpark. „Alle stiegen aus, außer dem Angeklagten und seiner Familie“, berichtete der Fahrer. Eine Frau und zwei Kleinkinder begleiteten den 25-Jährigen. Der habe gefordert, bis zur Südallee gefahren zu werden. Dass der Bus nur bis Südpark fahre, habe er nicht hören wollen, ihn nur beleidigt.

Psychologe musste Fahrer wieder in die Spur bringen

Als sie endlich ausstiegen, sei er hinterher, um zu erklären, wie sie zur Südallee kommen. Da habe der junge Mann ihm die Pistole an den Kopf gehalten, geschrien: „Hast du Angst?“ Nachdem der 25-Jährige von ihm abließ, hatte der Fahrer die Polizei gerufen. Obwohl er die Attacke scheinbar gut verpackt hatte, lief am nächsten Tag „alles falsch: Ich fuhr die falsche Linie, nahm die falsche Route.“ Erst eine Woche zu Hause, Hilfe vom Rheinbahn-Psychologen und weitere Beratung brachten ihn wieder auf die Spur.

Der Angeklagte entschuldigte sich vor Gericht: „Es tut mir leid, das hätte nicht sein müssen.“ Die Waffe sei nur eine Softair-Pistole gewesen, die er gefunden habe. Danach habe er sie weggeworfen. Er führte die Tat auf Drogen zurück. „Ich nehme manchmal Kokain und Gras. Dann weiß ich nicht, was ich tu’, sagte er. „Ich bin auf dem falschen Weg.“

Angeklagter muss Anti-Aggressions-Training absolvieren

Das will er aber ändern: Ein Antrag auf Therapie ist bereits gestellt. Sein Anwalt sagte, es mache ihm zu schaffen, dass es vor den Kindern passierte: „So hat er sich die Vaterrolle nicht vorgestellt.“ Obwohl der 25-Jährige bereits eine Bewährungsstrafe hat, gab ihm das Gericht noch eine letzte Chance, verurteilte ihn zu einem Jahr auf Bewährung. Auflagen: die Therapie, ein Anti-Aggressions-Training sowie die Zahlung von 300 Euro an den Staat. Der Busfahrer hatte das Geld nicht gewollt.