Rekord im Jubiläumsjahr für Düsseldorfer Indie-Festival

Festivalleiter Philipp Maiburg: „Ein komisch-tolles Gefühl, dass man sich eigentlich keine großen Sorgen mehr machen braucht.“
Festivalleiter Philipp Maiburg: „Ein komisch-tolles Gefühl, dass man sich eigentlich keine großen Sorgen mehr machen braucht.“
Foto: Stephan Wappner
Was wir bereits wissen
Zur zehnten Ausgabe des Open Source-Festivals kamen am Samstag 5000 Fans zur Düsseldorfer Galopprennbahn nach Grafenberg. Das ist Rekord.

Düsseldorf.. Man muss nicht unbedingt Max Herre verpflichten, um die Bude voll zu kriegen. Nach zehn Open-Source-Durchgängen lässt sich sagen: Der Star ist die Veranstaltung an sich. Traumhaftes Frühsommerwetter, zahlreiche gute Künstler und eine gewohnt fantastische Kulisse auf der Grafenberger Galopprennbahn sorgten dafür, dass die Jubiläumsausgabe des Musikfestivals ein Erfolg wurde. 5000 Menschen ließen sich am Samstag von den DJs in einen Elektrorausch versetzen oder von den diversen Indiebands in ein dichtes Gitarrengewaber mitnehmen.

„So viele Leute hatten wir tagsüber noch nie auf der Galopprennbahn“, freute sich gestern Philipp Maiburg, künstlerischer Leiter des Festivals. „Es ist alles super gelaufen, wir alle sind happy“, so Maiburg, der mit seiner Orga-Mannschaft sogar einen 20-minütigen Stromausfall rund um die Carhartt-Bühne am Abend meisterte.

Schon früh ausverkauft

Totgesagte leben länger. Das Open Source stand im Vorjahr wegen zu hoher Kosten im Vorfeld kurzzeitig bereits vor dem Aus. Dann aber sprang die Stadt ein, es gab einen höheren Zuschuss für das Festival. Maiburg und Co. konnten somit die Ticketpreise senken. Das kam offenbar gut an. Bereits am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr konnten die Veranstalter vermelden: „ausverkauft“. Maiburg stand da gerade vor der Hauptbühne auf der Rennbahn und bestaunte die starke Performance der belgischen Gitarrenformation Robbing Millions (was für ein Bandname!). „Es ist ein komisch-tolles Gefühl, dass man sich, während das Festival noch läuft, eigentlich keine großen Sorgen mehr machen braucht“, gestand Maiburg mit einem breiten Lächeln.

Das, was vor vielen Jahren einmal als Klassentreffen einer alternativen Düsseldorfer Musikszene im Strandbad Lörick begann, ist immer noch eine Klassentreffen, aber mittlerweile kommen zahlreiche, vor allem junge Indiefans aus ganz Deutschland dazu. Maxi (21) aus Karlsruhe und ihre vier Freundinnen etwa waren zum ersten Mal beim Open Source und sogleich begeistert. „Absolute Klasse, eine super Location und eine angenehme, friedliche Atmosphäre“, so die Studentin. „Das ist bei anderen Festivals nicht immer so.“

Trommelfeuer und sehnige Tänzer

Kein Open Source verpasst haben dagegen Marco (31) und Paula (26) aus Flingern. „Das Festival ist gewachsen und dabei nicht zu kommerziell geworden“, so Musikliebhaber Marco. „Ich hätte mir diesmal, vor allem auf der Hauptbühne, ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht. Außerdem war der Sound von dort ein wenig zu leise.“

Einer der Höhepunkte im diesjährigen Programm war neben Metronomy, Lokalmatador Honig und eben Robbing Millions der Auftritt von Mark Ernestus’ Ndagga Rhythm Force (Senegal) auf der kleineren Carhartt-Bühne. Trommelfeuer, knallharte Beats und eine schrille Performance von Tänzerin Fatou Wore Mboup, deren dünner, sehniger Körper zuckte und bebte, dass man Angst bekommen konnte.

Apropos Abgründe: Von denen hätte man sich – musikalisch wie darstellerisch – bei der einen oder anderen Band auf der Young Talent Stage mehr erhofft. Dort ging es zum Teil – für hohe Open-Source-Ansprüche – zu glatt und bieder zu.