Reha mit der NRZ

Elke Beiderwieden und Chefarzt Christoph Schnurr: „Alles nochmal gut gegangen.“
Elke Beiderwieden und Chefarzt Christoph Schnurr: „Alles nochmal gut gegangen.“
Foto: OH
Was wir bereits wissen
Elke Beiderwieden ist Zeitungszustellerin in Düsseldorf. Ihr Job hat sie nach einer Operation am künstlichen Hüftgelenk wieder auf die Beine gebracht.

Düsseldorf..  Den 9. November 2014 wird Elke Beiderwieden nicht mehr vergessen. Sie wollte frühmorgens aus dem Bett steigen, aber nichts ging mehr. „Ich konnte noch nicht einmal mehr auftreten, musste sogar die Treppe herunter getragen werden“, erinnert sich die 61-Jährige an einen grauenvollen Tag.

Es ging sofort ins St. Vinzenz Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte fest, dass die Probleme von der künstlichen Hüfte der Patientin her rührten. Elke Beiderwieden hat seit neun Jahren künstliche Hüftgelenke, aber nie damit Schwierigkeiten gehabt. Aber: Ursache der heftigen Schmerzen war eine Entzündung am Zahn gewesen. Die Bakterien waren über die Blutbahn bis in die Hüfte gewandert und hatten sich auf der Prothese festgesetzt. „Da mussten wir schnell handeln und sofort operieren, sonst hätten wir das künstliche Gelenk komplett ersetzen müssen“, sagt Dr. Christoph Schnurr, Chefarzt der Klinik für Orthopädie im St. Vinzenz. Dort wurden im vorigen Jahr 670 künstliche Gelenke eingesetzt, davon 420 Hüft- und 240 Knieprothesen.

Auto raus, Auto wieder rein

Knapp drei Monate nach dem Eingriff läuft Elke Beiderwieden noch nicht ganz rund, aber sie ist auf dem Weg der Besserung schon ein ganzes Stück gegangen. Die NRZ hat ihr dabei geholfen, na ja, indirekt. Sie ist Zeitungszustellerin im Düsseldorfer Norden und sie trägt unser Blatt im Bereich rund um die Cecilienallee aus. „Raus aus dem Auto, rein ins Auto, und das rund 200 Mal am Tag“, sagt die 61-Jährige. „Ich brauche keine Reha.“

Elke Beiderwieden, Mutter einer 27-jährigen Tochter (Anna), arbeitet wieder seit gut zwei Wochen. Das heißt: Aufstehen um 1.30 Uhr nachts – zu einer Zeit, zu der andere schlafen gehen. Dann zum wach werden einen Krimi gucken, dann ab auf die Straße um 3.30 Uhr. Gegen 6.15 Uhr hat die Düsseldorferin rund 250 Zeitungen zugestellt. „Ich mag meinen Job“, sagt Beiderwieden, die tagsüber als kaufmännische Angestellte für einen Handwerksbetrieb tätig ist. Das macht sie von zuhause aus. „Und durch die Zeitungsjob komme ich raus, das ist gut so.“

Mit ihrer künstlichen Hüfte wird die NRZ-Botin künftig aber aufpassen müssen. Besonders, wenn wieder eine Entzündung ihren Körper befällt. „Das ist immer gefährlich“, sagt Experte Christoph Schnurr. „Aber Menschen mit künstlichen Gelenken sind besonders anfällig.“

Im Fall von Elke Beiderwieden haben sich die Bakterien vom entzündeten Zahn damals durchs Blut auf den Hüftkopf und den Pfanneneinsatz des künstlichen Gelenks gesetzt. Die Erreger konnten durch die so genannte Sonikation per Ultraschall aufgespürt werden. „Antibiotika hätten da nicht mehr geholfen“, sagt Schnurr. So wurden die Bakterien zunächst mit einer aufwändigen Methode von den befallenen Stellen weggespült und dann die beweglichen Teile in der Hüfte ersetzt.

„Alles nochmal gut gegangen“, sagt Elke Beiderwieden und streckt den Daumen nach oben.

TELEFONAKTION: Über Knie und Hüfte legt der Mensch im Laufe seines Lebens rund 80 000 Kilometer zurück. Das entspricht etwa knapp Umrundungen der Erde. Je nach Belastung und mit steigendem Lebensalter können sich die Gelenke abnutzen – mit gravierenden Folgen für die Lebensqualität. Als letzter Ausweg bleibt den Patienten ein künstlicher Gelenkersatz, um damit die Bewegungsfähigkeit der Gelenke zu erhalten. Wer vor dieser Entscheidung steht, fragt sich: Wo erhalte ich eine qualitativ hochwertige Behandlung, damit meine Prothese möglichst lange Bestand hat?

Antworten darauf und auf viele andere Fragen liefert die gemeinsame Telefonaktion des Rhein Boten und der NRZ unter der Überschrift „Gelenkersatz - Wen betrifft es, wie funktioniert es?“ am morgigen Donnerstag, 5. Februar, zwischen 16.30 und 17.30 Uhr. Am Telefon beantwortet Dr. Christoph Schnurr die Fragen der Leser. Er ist Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Leiter des Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung am St. Vinzenz-Krankenhaus. Er erklärt u.a. wie heute durch minimalinvasive Verfahren bei einer Hüft-OP die Muskeln geschont werden können und wie Orthopäden mittels Knieprothesen-Navigation eine optimale Platzierung und Funktion des Gelenkes erreichen. „Der Erfolg einer Implantation hängt maßgeblich von der Erfahrung des Operateurs und der verwendeten Prothese ab“, erläutert Schnurr.

Rufen Sie am Donnerstag, 5. Februar, zwischen 16.30 und 17.30 Uhr am Lesertelefon unter 0211-16 70 838 an. Am anderen Ende der Leitung beantwortet Chefarzt Schnurr Ihre Fragen.