Raucherpausen sind von gestern

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rüher war es so, dass die Raucher unter uns gefühlt 100 Mal am Tag das Büro verließen, um sich einen von diesen stinkenden Glimmstengeln anzuzünden. Für die Raucher war das eine gute Zeit, denn a) fanden die spannenden Gespräche auf dem Parkplatz statt und b) saßen die piefigen Nichtraucher unterm Strich länger im Büro. Heute sind die schwarzen Schafe im Betrieb nicht mehr so einfach auszumachen. Das 21. Jahrhundert hat nämlich einen neuen, viel eleganteren Zeiträuber geschaffen – das Smartphone.

Teetrinker, Radfahrer, Liberale, Hutträger und Katholiken: In allen Gesellschaftsschichten gilt das Handy am Arbeitsplatz mittlerweile als salonfähig. Auch wenn Facebook, Whatsapp und Twitter auf den ersten Blick nützliche oder zumindest unterhaltsame Programme seien mögen, haben sie doch einige Nachteile: a) Auf dem Parkplatz finden keine Gespräche mehr statt, da sich alle nur noch schreiben und b) arbeiten alle Menschen gleich wenig, da ständig irgendwo eine Nachricht aufploppt (begleitet von einer nervigen Melodie).

Das Gehirn sagt einem in diesen Momenten komischerweise immer: „Guck schnell drauf, ist wichtig.“

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Betriebsräte Smartphone-Pausen fordern. Rauchen war mal, heute ist Whatsapp angesagt. Die gefühlt 178 Nachrichten, die man am Tag bekommt, lesen sich ja auch nicht von allein.