Rassismusvorwurf gegen Düsseldorfer Altstadt-Kneipe

Die Hausbar an der Bolker Straße in der Düsseldorfer Altstadt: Hier soll ein Türsteher gesagt haben, die Bar sei „ein Laden für Weiße“
Die Hausbar an der Bolker Straße in der Düsseldorfer Altstadt: Hier soll ein Türsteher gesagt haben, die Bar sei „ein Laden für Weiße“
Foto: Andreas Bretz
Was wir bereits wissen
Ein Türsteher der „Hausbar“ soll einen Gast wegen seiner Hautfarbe abgewiesen haben. Der Wirt hat ihn inzwischen suspendiert.

Düsseldorf..  Die Düsseldorfer Polizei ermittelt gegen einen Türsteher der „Hausbar“, der in der Altweibernacht einen Gast wegen dessen Hautfarbe abgewiesen und sich mit „Ich heiße Adolf Hitler“ vorgestellt haben soll.

Angezeigt hat ihn Rishi Chadha, ein Düsseldorfer mit indischen Wurzeln. Mit seiner Frau und einer Cousine hatte er Altweiber zunächst in der „Nachtresidenz“ gefeiert, dann wollten die drei in die „Hausbar“ an der Bolkerstraße. Vor dem Eingang habe er seine „Anonymous“-Maske abnehmen sollen, sagte der 33-Jährige. „Als ich es tat, sagte der Türsteher ‘Das ist ein Laden für Weiße’.“ Schockiert habe er nachgefragt, ob dieser das ernst meine. Der Security-Mann habe geantwortet, ja, nur Weiße kämen in die Bar. Chadha fragte nach seinem Namen, woraufhin der Mann gesagt habe, er heiße Adolf Hitler.

„Eine solche Erfahrung habe ich bisher in unserer tollen, multikulturellen Stadt noch nie gemacht und werde diese Beleidigung nicht hinnehmen und tolerieren“, sagt Chadha und erstattete Anzeige. Die Polizei bestätigte gestern, dass die Staatsschutz-Abteilung prüfe, ob eine fremdenfeindliche Straftat vorliege.

Katharina Kabata, Vorsitzende des Integrationsrates, lobt Chadhas Reaktion. Sie kenne andere Fälle, in denen sich Opfer von Rassismus nicht trauten, Anzeige zu erstatten oder erst gar keinen Sinn darin sähen. Derartige Fälle müssten aber unbedingt verfolgt werden. „Man muss sich darauf verlassen können, dass Türsteher für das Problem der Ausländerfeindlichkeit sensibilisiert sind.“

Rishi Chadha, bei dem sich Kollegen des Türstehers unmittelbar nach dem Vorfall entschuldigt hätten, bekam inzwischen auch eine schriftliche Entschuldigung von der „Hausbar“. Deren Wirt Dino Cesljas versichert auch unserer Zeitung: „Rassismus entspricht absolut nicht unserem Weltbild und unserer Türpolitik.“ Die „Hausbar“ sei eine moderne Bar, in der man aber auch selbst entscheide, welche Gäste man hinein lässt. Die Kriterien dafür seien allerdings nicht in Rassismus begründet. Einem nicht-farbigen Gast verwehre man genauso oft den Eintritt, so Cesljas. Gleichwohl sagte er auch, der betroffene Security-Mitarbeiter sei inzwischen suspendiert.

Der Vertriebsleiter der Security-Firma sagte unserer Zeitung, man werde den Vorfall gründlich prüfen und „natürlich hart durchgreifen“, falls er sich bestätige. Nach seinen bisherigen Erkenntnissen stelle sich der Fall aber anders dar. „Da ist jemand enttäuscht, dass er nicht reingekommen ist.“

Andreas Nitschke, Rechtsanwalt der Firma, erklärte, der Mitarbeiter habe Chadha den Einlass verwehrt, weil der Club bald schließen wollte und ein genereller Einlassstopp gegolten habe. Der Gast selbst habe behauptet, dies geschehe nur aufgrund seiner Hautfarbe. Der Name, der ihm genannt worden sei, sei der des Chefs der Sicherheitsfirma, Werner Hippler, heißt es in einer Stellungnahme des Anwalts, und: „Außerdem gibt es genug Zeugen, die bestätigen, dass Ausländer in dem Club geduldet werden.“ Um das „Missverständnis“ aufzuklären, heißt es in dem Anwaltsschreiben weiter, werde die Security-Firma Rishi Chadha zum „VIP-Abend“ in der „Hausbar“ einladen.