Rätsel um traurige Kinderpuppen in Düsseldorf wohl gelöst

Auf den ersten Blick ein weinendes: Eine Puppe steht an einer Mauer am Eingang des Volksgartens in Düsseldorf.
Auf den ersten Blick ein weinendes: Eine Puppe steht an einer Mauer am Eingang des Volksgartens in Düsseldorf.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Ein Kind steht verlassen am Straßenrand. Erst auf den zweiten Blick erkennt man: Es ist eine Puppe. Darüber rätselte Düsseldorf seit Tagen.

Düsseldorf.. Mein Gott, was macht das Kind denn da? Im Düsseldorfer Stadtteil Wersten haben Passanten in den vergangenen Tagen über Kleinkinder gestaunt, die allein und verlassen in der Gegend herumstanden. Viele dürften regelrecht erschrocken sein von dem unerwarteten Anblick. Doch es sind keine Kinder, sondern Puppen - viele Menschen in Düsseldorf rätselten, was es mit ihnen auf sich hat.

Passanten finden Puppen-Aktion "schon ein bisschen gruselig"

Etlichen Menschen sind die Figuren bereits aufgefallen, die in Wersten mal an einen Baum, mal an eine Wand gelehnt standen. Die ungefähr lebensgroßen Figuren hatten ihre Gesicht verdeckt, wirkten hilflos und traurig - scheinbar alleingelassen auf öffentlichem Grund an der Kölner Straße, die eine der großen Ausfallstraßen Düsseldorfs ist.

"Heute morgen in Wersten gesichtet. Zwei dieser "Puppen-Kinder" standen dort an zwei verschiedenen Bäume. Weiß einer warum? War schon ein bisschen gruselig", schrieb die Facebook-Nutzerin Iris Wie, die auch Fotos von einer der Puppen ins Netz stellte. Ihr Posting löste sogleich Spekulationen aus: Künstler könnten dahinter stecken, die Außerirdischen - oder doch eher die Nazis?

Ist das jetzt rührend oder krank?

Bei einer Userin weckte der Fund Erinnerungen an TV-Erlebnisse der frühen Neunziger, als "Chucky die Mörderpuppe" ihr Unwesen trieb - jemand anders verwies auf den Streetart-Künstler Mark Jenkins.

Etliche Düsseldorfer gaben in der Facebook-Gruppe Nett-Werk Düsseldorf ihren Kommentar ab - mit einer erstaunlichen Bandbreite: Von "rührend" über "coole Aktion" und "Das ist keine Kunst" bis "krank" reichten die Urteile.

Familie löst Grusel-Puppen-Spuck wieder auf

Jetzt hat sich der Fall offenbar aufgeklärt. Die Bild-Zeitung sowie der Express berichten, dass eine Düsseldorferin die Figuren ausrangieren wollte. Das Paar gab es unter dem Titel "Schäm-dich-Puppe" zu kaufen. Weil ihr Sohn das Mädchen und den Jungen zu schade für den Sperrmüll fand, hat er sie an den Straßenrand gestellt, um zu schauen, was passiert.

Dass die Puppen auf einmal zum Thema im Internet wurden habe die Familie überrascht. Ein Radfahrer habe die Jungen-Puppe mitgenommen und sie an verschiedenen Stellen in Düsseldorf aufgestellt. Prompt geisterten die Fotos durchs Netz. Weil die Aktion immer weiter aus dem Ruder geriet, entschloss sich die Familie die Geschichte aufzuklären und dem Grusel-Puppen-Spuk ein Ende zu bereiten.(abe)