Radler strampelte um sein Leben

Düsseldorf..  „Ich hatte das Gefühl, der fährt um sein Leben“, erinnerte sich eine Zeugin. Die 45-Jährige hatte im September 2012 gesehen, wie ein Geländewagen einen Radfahrer (47) buchstäblich durch die schmale Gutenbergstraße trieb. Und ihn am Ende vom Fahrrad warf. Der Autofahrer (47) stand gestern wegen Nötigung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Körperverletzung vor dem Amtsgericht.

An der Ecke Gutenbergstraße/Graf-Recke-Straße waren die Männer fast zusammengestoßen und hatten sich angebrüllt. Ob der Radler dabei auch den Autofahrer anspuckte, ließ sich nicht mehr aufklären. Als der Radfahrer weiter in die Gutenbergstraße fuhr, folgte ihm der Autofahrer. Und machte mit Tempo Druck: Wegen am Rand parkender Autos konnte der Radler nicht ausweichen. „Ich hatte Angst“, sagte er, „er fuhr in einem Affenzahn hinter mir her.“ So ein Geländewagen sei schon beeindruckend.

Im Wendehammer am Ende der Straße passte der Wagen am Fahrrad vorbei, blieb stehen. Der Fahrer stellte sich dem Radler in den Weg und riss ihm vom Sattel. Der erlitt Prellungen an Kopf und Knie, zahlreiche Schürfwunden und einen Bruch im kleinen Finger. Mehrere Passanten halfen ihm und holten die Polizei.

Der Angeklagte stritt die Vorwürfe zunächst ab: Er habe den Radfahrer nur wegen des Spuckens zur Rede stellen wollen, sei ihm nachgefahren. Keinesfalls habe er ihn vor sich hergetrieben. Im Wendehammer sei der Radler so schnell auf ihn zugefahren, dass er seine Frau zur Seite stoßen wollte. Dabei sei er gegen den Radfahrer gefallen, was ihm leid tue.

Mehrere Zeugen hatten aber die Hetzjagd durch die Straße gesehen. „Der trampelte wie ein Irrer!“, sagte eine 53-Jährige. Zeugen beobachtet auch, dass er den Radfahrer vom Rad zog. Nach einem Rechtsgespräch räumte der Autofahrer die Vorwürfe schließlich ein. Das Gericht verurteilte ihn zu 4200 Euro Geldstrafe (70 Tagessätze) und sprach dazu ein Fahrverbot von einem Monat aus.

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