Quaken für das Klima

Was wir bereits wissen
Der Aquazoo macht sich um die Artenvielfalt verdient, setzt sich insbesondere für Amphibien ein. Dafür gab’s jetzt eine Auszeichnung.

Düsseldorf..  Die Zucht- und Schutzstation für Amphibien des Aquazoo/Löbbecke-Museums Düsseldorf „Quaken für das Klima“ ist jetzt als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt worden. Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen. Ratsherr Marcus Münter hat die Auszeichnung in Vertretung von Oberbürgermeister Thomas Geisel im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade an den Aquazoo überreicht.

Im Rahmen des Programms „Die Schöpfung bewahren - 30 Initiativen für den Klimaschutz in Düsseldorf“ konnte 2008 ein in dieser Form einzigartiges Projekt ins Leben gerufen werden: „Düsseldorf schützt Arten vor dem Aussterben“. Im Zuge der Umsetzung wurde die Zucht- und Schutzstation für Amphibien aufgebaut. Grundlage für die Umsetzung dieses Projektes war und ist das Know-how des Aquazoos. Viele Projekte sowohl im natürlichen Habitat der Amphibien als auch in menschlicher Obhut werden durch die Mitarbeiter des Aquazoos unterstützt oder selbst ausgeführt.

Dies zeigt: Artenschutz kann auch fern der Heimat der bedrohten Tiere stattfinden. So werden im Aquazoo durch Erhaltungszuchten Arten vor der endgültigen Ausrottung bewahrt und erhalten. Zuchterfolge tragen unter anderem dazu bei, dass das Wissen um die Biologie dieser Arten wächst und somit auch der gezielte Schutz vor Ort verbessert werden kann.

Weltweiter Schutz ist nötig

Gewonnene Erkenntnisse werden dokumentiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Viele erfolgreiche Erstzuchten seltener Arten machen Hoffnung für den Erhalt der bedrohten Amphibien. Es wird außerdem für ein besseres Image der Amphibien geworben und über diese faszinierende Tiergruppe informiert.

Themenbezogene Unterrichtseinheiten, spezielle Führungen und Ferienaktionen rund ums „Tümpeln“ werden angeboten. Aber auch die Ausstellung der lebenden Tiere und der musealen Objekte im Aquazoo/Löbbecke-Museum wirft ein positives Bild auf diese stark bedrohte Tiergruppe.

Aktuell ist das Gebäude des Aquazoos für die Sanierung zwar geschlossen - die Arbeit des Amphibienprojektes geht aber weiter. In der neuen Ausstellung des Hauses wird es zukünftig einen eigenen Raum zum Thema „Artenschutz“ geben. Dort werden Klimawandel, Verlust der Biologischen Vielfalt und die Amphibienkrise thematisiert.

Tenor: Amphibien brauchen weltweit Schutz und Hilfe - so auch vor der heimischen Haustüre. Amphibienschutz bedeutet auch Klimaschutz. Mit dem Projekt setzt der Aquazoo ein Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland.

Dieser Einsatz hat die Juroren des UN-Dekade-Wettbewerbs offenbar beeindruckt. Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält das Amphibienprojekt einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung das Projekt einen Beitrag leistet. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de dargestellt.

Der fortlaufende Wettbewerb wird von der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit Sitz in Osnabrück ausgerichtet. Die Auszeichnung dient als Qualitätssiegel. Möglichst viele Menschen sollen sich von diesen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.