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Quadriennale: Das wird ein Fest!

25.02.2010 | 21:08 Uhr
Quadriennale: Das wird ein Fest!

Düsseldorf. Noch misst der violette Probe-Teppich für Düsseldorfs Ehrengäste gerade mal anderthalb Meter - noch kippelte mancher Besucher im Central gestern eher unglücklich auf den eigens für das Ereignis entworfenen lila Sitzwürfeln mit Rhein-Q herum -

... ab September werden sie in allen Museen bereitstehen. Und dennoch: Die Flyer sind gedruckt, die Tourismus-Pakete geschnürt, die Verträge mit Bahn und Flughafen unter Dach und Fach. Am 10. September wird die Quadriennale 2010 im Schumann-Saal eröffnet, schon im April soll der Kunstpreisträger feststehen. Gestern wurde das Central erstmals zum Treffpunkt für Gesellschafter, Museumsleiter, Ausstellungspartner und Journalisten.

Noch ein Preis - für Stephen Shore

„Kunstgegenwärtig” lautet das Motto des zweiten Kunstfestes, geworben wird nicht etwa gegen, sondern gut verlinkt mit der Kulturregion 2010. Gemeinsam will man NRW als Standort stärken, verkündete Kulturdezernent Hans-Georg Lohe als Quadriennale-Geschäftsführer.

Werner Lippert vom NRW-Forum brachte frohe Kunde. Sein Haus widmet sich dem US-Fotokünstler Stephen Shore, der Becher-Schule und ihrem gemeinsamen Einfluss auf die Düsseldorfer Fotografie der 70er und 80er - da kam die Vergabe des Kulturpreises der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) in dieser Woche grade richtig. Nun erhält Shore den DGPh-Preis am 11. September im NRW-Forum. Für die Stadt ein zweiter Preisträger im Quadriennale-Rahmen.

Zehn Museen und fünf Partner sind ab Herbst mit von der Partie, wobei sich allein ein Partner aus 33 Galerien zusammensetzt: Sie zeigen alle Deutschlandpremieren, Zeitgenössisches von Akademieabgängern bis zu etablierten Künstlern. Indes baut die Kunstsammlung auf Joseph Beuys, rund 300 Werke, freute sich Museumsleiterin Marion Ackermann, sind zusammen, so dass man nun anstatt zwei Räumen drei bespiele. Das museum kunst palast präsentiert mit Tate Liverpool Videopionier Nam June Paik. Kunsthalle und Kunstverein widmen sich Marcel Broodthaers, die Akademiegalerie lässt das Medium Zeichnung sprechen, das Inter media art institute Katharina Sieverding. Und das K21 reist zurück in die 80er. Es zeigt 65 Skulpturen, Installationen, Fotografien, darunter Werke von Katharina Fritsch, Andreas Gursky, Candida Höfer, Cindy Sherman, Jeff Wall.

Neu dabei sind das Benrather Schloss (mit James Lee Byars), die Julia Stoschek Collection (mit 30 Arbeiten des Kunstfilmers Derek Jarman) und das Kai 10 (mit Lichtkunst Mischa Kuballs). KIT/Kunst im Tunnel hat die just an die Akademie berufene Katharina Grosse und Dirk Skreber und Björn Dahlem eingeladen - letzterer entwickelte eine „Theorie des Himmels” und baut nun im KIT eine raumfüllende Milchstraße auf.

Doch auch jenseits der Museen ist viel zu sehen. So entwirft Akademierektor Tony Cragg eine Skuptur für die Heine-Allee, richtet die Zero-Foundation ein Lichtfest mit Heinz-Mack-Feuerwerk aus. Und Gregor Jansen, neuer Kunsthallenchef, gibt seinen Einstand nebst Mini-Wolkenkratzer. Er bat Dirk Skreber, einen Kunstturm am Rhein zu errichten und ihn mit Musik und Performances zu bespielen. 70 Meter waren geplant. 30 sollen es nun sicher werden.

Mit fünf Millionen Euro unterstützt die Stadt das zweite Jahr der bildenden Kunst, addiert man die Museumsetats dazu, ergibt das sieben Millionen. Ob sich das lohne, wurde Hans-Georg Lohe gefragt. Der rechnete vor: 380 000 Besucher kamen zur Quadriennale 2006, etliche reisten extra an. „Das Rheinland präsentiert sich so als Kunststandort”, sagte er. Oder, anders: „Kunst lohnt sich doch immer.”

Petra Kuiper

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