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Justiz

Prozess um brutale Beziehung vertagt

20.10.2012 | 09:00 Uhr
Prozess um brutale Beziehung vertagt

Düsseldorf. Er sieht aus wie ein netter, großer Junge mit seinen dunklen Haaren. Dabei soll er laut Anklage ein besitzergreifender und brutaler Mann sein. Seine Freundin soll er mehrfach misshandelt und vergewaltigt haben. Gestern sollte der Prozess gegen den 30-Jährigen beginnen. Doch unter anderem weil die Verteidigung die Besetzung des Gerichts rügte, wurde der Prozess vertagt.

Das Paar war 2011 zusammengezogen. Doch schon bald soll er begonnen haben, auf alles Mögliche eifersüchtig zu reagieren und sie zu schlagen. Bei einem Restaurantbesuch soll eine Handy-Nachricht von ihrem Vater auf ihr Mobiltelefon ihn so in Wut gebracht haben, dass er sie aus dem Lokal ins Auto zerrte. Dort soll er ihre Hand auf den Schalthebel gelegte und so darauf geschlagen haben, dass die Hand brach. Zu Hause soll er sie geschlagen und getreten und bis zur Ohnmacht gewürgt haben, dann Sex von ihr gefordert haben.

Bei einer anderen Gelegenheit soll sie kritisiert haben, dass er einen Skorpion als Haustier angeschafft hatte. Dafür soll er sie mit einem Faustschlag auf den Hinterkopf niedergeschlagen und getreten haben. Mehrere Vorfälle von solcher Brutalität listet die Anklage auf, darunter mehrere Vergewaltigungen. Ähnlich soll er mit einer weiteren Freundin umgegangen sein. Insgesamt 40 Anklagepunkte soll es geben. Zudem wird wegen Waffenbesitzes gegen ihn ermittelt.

Für eine solche Anklage sei das Gericht nicht ausreichend besetzt, bemängelte gestern die Verteidigung, bevor der Prozess beginnen konnte. Bisher waren zwei Berufsrichter und zwei Schöffen vorgesehen. Ein Verfahren solchen Umfangs müsse aber eine Kammer mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen bearbeiten, verlangten die beiden Anwälte.

Bei Vorwürfen zu Taten ohne Dritte als Zeugen seien Gutachten zur Glaubwürdigkeit der mutmaßlichen Opfer nötig, eines von 100 Seiten liege bereits vor, das zweite werde sicher ähnlich lang. Zudem erklärten die Verteidiger, sie hätten nicht genug Zeit zum Aktenstudium gehabt. Das Gericht gab ihrem Antrag auf Vertagung statt und will die Frage der Besetzung prüfen. Der Prozess soll nun am 15. November beginnen.

Katharina Rüth


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