Prostituierte muss 1750 Euro Strafe zahlen

Die modellhafte Nachbildung der Justitia.
Die modellhafte Nachbildung der Justitia.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Vier Tage nach ihrer Festnahme im Sperrbezirk an der Charlottenstraße kam eine 23-Jährige auf die Anklagebank.

Düsseldorf..  Ein schnelles Angebot am Straßenrand hat die Justiz mit einem noch schnelleren Prozess beantwortet. Schon vier Tage nach ihrer Festnahme im Sperrbezirk an der Charlottenstraße kam eine Prostituierte (23) auf die Anklagebank beim Amtsgericht. Die Richterin brauchte zwischen Anklage und Urteil gestern gerade mal 16 Minuten, um 1750 Euro Strafe zu verhängen.

In Handschellen und mit Dolmetscherin wurde die Angeklagte aus der Kurzzeithaft vorgeführt, hat den Vorwurf der verbotenen Prostitution im Sperrbezirk zwischen Charlotten- und Klosterstraße sofort eingeräumt: „Es stimmt, dass Prostitution dort verboten ist und ich da gewesen bin.“ Ein Geständnis, das die Staatsanwältin nicht besonders fand: „Es wäre schwer möglich gewesen, das abzustreiten!“ Zumal die angeklagte junge Frau und Mutter eines kleinen Mädchens schon seit 2012 von OSD-Mitarbeitern insgesamt mindestens 21 Mal wegen genau dieses Delikts verwarnt worden war. Im Dezember setzte die Justiz ein klares Signal: Wegen siebenfacher Verletzung des Sperrbezirks erhielt die Angeklagte eine Strafe von 700 Euro.

Enorme Hartnäckigkeit

Doch gleich im Januar war sie wieder bei der Suche nach Freiern erwischt worden, „gänzlich unbeeindruckt und mit enormer Hartnäckigkeit“, so die Staatsanwältin, die zudem kritisierte, dass für derlei Delikte nur die gleiche Strafe droht wie für einen Hausfriedensbruch. „Weil es mir um die Zukunft geht“, sagte die Anklägerin gestern und übergab eine handkopierte Stadtkarte vom Sperrbezirk mit allen zugehörigen Straßennamen.

Bis zu tausend Euro monatlich hatte die Angeklagte dort verdient: „Aber dort werden Sie mich nicht mehr antreffen, da gehe ich nicht mehr hin, ich möchte nicht mehr als Prostituierte arbeiten“, versprach sie nun. Um eine neuerliche Verurteilung kam sie trotzdem nicht herum. Mit 1750 Euro urteilte die Richterin aber milder als die Staatsanwältin, die 2100 Euro als Strafe gefordert hatte.