Premiere der Rocky Horror in Düsseldorf begeistert Publikum

Die Bewohner des „Frankenstein Place“ entpuppen sich als Außerirdische mit recht eigentümlichen Neigungen.
Die Bewohner des „Frankenstein Place“ entpuppen sich als Außerirdische mit recht eigentümlichen Neigungen.
Foto: Veranstalter
Was wir bereits wissen
Das Kultmusical Rock Horror Picture Show feierte Premiere im Capitol Theater. Die Show wird noch bis zum 18. Januar in Düsseldorf zu sehen sein.

Düsseldorf.. Natürlich kann die Bildungsbürgerin im eleganten Regencape im Theater Platz nehmen. Muss sie aber nicht. Sie kann stattdessen einen zu kurzen Rock und Strapse tragen. Oder ihre Frisur mit einem Häubchen für Zimmermädchen zieren. Vor allem kann sie einfach die größere Wasserpistole als die ihrer Sitznachbarin aus ihrer Damenhandtasche zaubern und damit fröhlich-feuchten Frohsinn verbreiten. Nahezu frenetisch feierte das Premierenpublikum die Rocky Horror Picture Show, die noch bis zum 18. Januar im Düsseldorfer Capitol Theater läuft.

Ewig skurrile Geschichte

Die skurrile Geschichte des Kultmusicals ist schnell erzählt: Ein junges, biederes Pärchen gerät in ein Unwetter, sucht Schutz und Hilfe, gerät dabei vom Regen in die Traufe. Denn die Bewohner des „Frankenstein Place“ entpuppen sich als Außerirdische mit recht eigentümlichen Neigungen und merkwürdigem Freizeitverhalten. Da laboriert beispielsweise ein „Sweet Transvestite“ namens Frank’n’ Furter - ganz wunderbar dargestellt von Rob Morton Fowler.

Er gibt der Rolle jene Überdosis Rampensau, die sie benötigt. Fowler schafft es spielend, der Figur eine eigene Präsenz zu verleihen. Durch ihn wird das Musical zum Trashical, ist von der Filmvorlage emanzipiert. Mit Stuart Matthew Price ebenfalls herausragend besetzt ist die Rolle des Faktotums Riff Raff.

„Der hat ja keine Kylie-Minogue-Shorts an“ lautete hingegen ein leicht enttäuschter Kommentar aus dem Publikum, als „Rocky“ alias Vincent Gray auftaucht. Dabei kann Frank’n’Furters Geschöpf durchaus seine Muskeln spielen lassen. Seine körperbetonte goldene, aber eben knöchellange Hose ist durchaus aus der Kollektion „Hingucker“. Großartig sind auch Bühnenbild und Effekte. Sehr smart sind die Schattenspiele in den „schmutzigen“ Sexszenen. „Don’t dream it – be it!“ heißt eine Empfehlung der außerirdischen Truppe.