Preise am Unterbacher See bleiben 2015 stabil

Der Unterbacher See ist durch Ausbaggern zur Kies- und Sandgewinnung zwischen 1926 und 1973 entstanden. Der See im Stöädtedreieck Düsseldorf/Erkrath/Hilden ist 83,6 Hektar groß und bis zu 13,4 Meter tief. Rechts im Bild die A 46.
Der Unterbacher See ist durch Ausbaggern zur Kies- und Sandgewinnung zwischen 1926 und 1973 entstanden. Der See im Stöädtedreieck Düsseldorf/Erkrath/Hilden ist 83,6 Hektar groß und bis zu 13,4 Meter tief. Rechts im Bild die A 46.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Peter von Rappard, Geschäftsführer des Zweckverbandes Unterbacher See, äußert sich im Interview zu den Plänen rund um das Düsseldorfer Naherholungsgebiet in diesem Jahr.

Düsseldorf..  Der Unterbacher See ist ein beliebtes Naherholungsgebiet im Düsseldorder Osten. Aus Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und der gesamten Region zieht der See nicht nur im Sommer Besucher an. Die NRZ sprach mit Peter von Rappard, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Unterbacher See.

NRZ: Erhöhen Sie 2015 die Preise?

Peter von Rappard: Ein klares Nein, die Preise bleiben in allen Bereichen – Bäder, Camping, Bootsverleih – stabil – auf sozialverträglich günstigem Niveau.

Gibt es Neuerungen bei den beiden Strandbädern?

Bei schönem Wetter sind die Bäder sehr gut besucht. Die Rasenpflege wurde verbessert. Der Sand wird alle zwei Jahre ausgetauscht. Die Aussichtstürme werden umgebaut, um die Sicherheit noch mehr zu verbessern. Wir machen uns Gedanken, wie wir die Strandbäder auch für gemischtes Wetter noch attraktiver machen können.

Sind die Gänse und ihr Kot auf den Liegewiesen immer noch ein Problem?

Die Gänse sind und bleiben eine Herausforderung. Deshalb haben wir ein Gänsemanagement eingeführt, das sich bewährt hat. Wir sammeln dabei unter anderem den Gänsekot in den Strandbädern jeden Öffnungstag ab 6.30 Uhr auf – bis zu drei Stunden lang. Das ist ein großer Aufwand, aber ein Muss, um in diesem Lebensraum Mensch und Tier gerecht zu werden.

Wie steht es um die Wasserqualität?

Der See fasst rund 4,1 Millionen Kubikmeter Wasser. Es wird in der Saison rund 20 Mal beprobt im Auftrag des Düsseldorfer Gesundheitsamtes. Die Qualität ist hervorragend. Wir haben nahezu Trinkwasserqualität, trotz der vielen Badegäste. Das hängt damit zusammen, dass der Unterbacher See von Grundwasser durchströmt wird, das vom Bergischen Land Richtung Rhein fließt. Bei uns im See gibt es noch Armleuchter-Algen, die woanders fast ausgestorben sind.

Gibt es Neues beim Bootsverleih?

Wir haben neue Tretboote gekauft, weil die Nachfrage nach Zweisitzern ständig wächst. Mittlerweile haben wir rund 70 Tretboote im Verleih und ebenso viele Segelboote. Wir haben auch acht Jollen für bis zu sechs Personen speziell für Familien angeschafft. Es gibt eine große Nachfrage danach. Die neuen Jollen sind sehr gutmütig und lassen sich gut segeln.

Wird der Campingplatz erweitert?

Der Campingplatz nicht, aber wir denken über eine Erweiterung der Zeltwiese nach, weil die Nachfrage nach Zeltplätzen immer größer wird. Der Campingplatz hat 500 Parzellen. Wenn eine Parzelle frei wird, ist recht schnell ein Nachmieter gefunden. Der Erholungswert am Unterbacher See ist hoch und das bei vergleichsweise günstigen Preisen.

Auf dem See kann man Segeln lernen. Ihre Segelschule gehört zu den zehn größten in Deutschland, hört man.

Das ist in der Tat so. Im Vorjahr haben wir 900 Prüfungen abgenommen. Bis zum Sporthochseeschifferschein kann man bei uns alle Lizenzen ablegen. Wir sind jedes Jahr auf der Boot und bieten Schnuppersegeln in einem großen Becken an. In diesem Jahr waren 1515 Kinder und Jugendliche bei uns auf der Messe segeln. Das eine tolle Werbung für uns und den Segelsport. Wir haben zusätzliche Optimisten-Jollen für Anfänger gekauft, um mehr Kurse für Kinder und Jugendliche bieten zu können.

Auf und am Unterbacher See gibt es immer mehr Events.

Im vergangenen Jahr gab es erstmals einen Freiwasser-Schwimmwettkampf durch den ganzen See. 300 Teilnehmer waren am Start. Mitte August gibt es eine Neuauflage. Dann soll auch wieder ein Gottesdienst auf der Mole am Bootshafen und dem Partyfloß stattfinden. Vergangenes Jahr kamen 300 Gläubige zur Messe am See. Am 4. Juli ist ein Stand-up-Paddling-Cup auf dem See geplant. Am 15. November ein Martinslauf am Südstrand. Im vergangenen Jahr wurden über 2000 Teilnehmer gezählt. Ein Highlight 2014 waren zudem auch die Kanu-Wettbewerbe der Special Olympics, die bei uns stattgefunden haben.

Heiraten kann man am Unterbacher See jetzt auch?

2013 haben wir das neu eingeführt. Auf der Mole im Bootshafen wird ein roter Teppich ausgerollt. Dort sitzen die Gäste. Getraut wird auf dem Partyfloß mit weißem Baldachin. Das Grundpaket kostet 285 Euro. 2013 haben sich zehn Paare bei uns trauen lassen, im vergangenen Jahr waren es schon 25. In diesem Jahr sind bereits 30 Trauungen geplant. Ambiente-Trauungen liegen immer mehr im Trend – der Unterbacher See bietet dafür eine perfekte Location.

Warum wächst das Seegras im Unterbacher See so gut?

Das hat etwas mit der Wasserqualität und günstigen Witterungsbedingungen zu tun. Im vergangenen Jahr ist das Seegras so stark gewachsen wie in den vergangenen 30 Jahren nicht. Wir schaffen in diesem Jahr ein neues Seegrasmäh- und Sammelboot an. Unsere alte „Seekuh“ ist jetzt 37 Jahre alt und hat immer mehr kostspielige Defekte. Das Boot ist ein Einzelstück und kostet deshalb rund 270 000 Euro. Das ist unsere größte Investition in diesem Jahr.

Apropos Geld. Wie finanziert sich eigentlich der Unterbacher See?

Träger des Naherholungsgebietes ist ein Zweckverband der Städte Düsseldorf, Hilden und Erkrath. Wir haben einen Etat von rund zwei Millionen Euro im Jahr. Die 30 Mitarbeiter kosten rund 900 000 Euro im Jahr, das ist der größte Posten im Haushalt. Die drei Städte zahlen eine Verbandsumlage: Düsseldorf 776 000 Euro, Hilden und Erkrath je 22 000 Euro.

Kommen Sie mit den Einnahmen aus?

Nein, aber wir sind auf einem sehr guten Weg. 2009 betrug das Defizit noch 317 000 Euro. 2013 konnten wird den zusätzlichen Zuschuss auf 87 000 Euro senken. Die Besucherzahlen der beiden Strandbäder hängen stark vom Wetter ab. Je mehr und länger die Sonne scheint, um so geringer ist unser Defizit. Wir hoffen auf reichlich Sonnenschein im Sommer 2015.