Polizei verwarnte unzählige Fußgänger in Düsseldorf
28.10.2009 | 16:56 Uhr 2009-10-28T16:56:00+0100
Düsseldorf. Polizei und Stadt Düsseldorf hatten bei einer bisher einmaligen Überwachungsaktion gemeinsam mit der Rheinbahn Fußgänger im Visier. 80 Männer und Frauen verwarnten unzählige Passanten, die bei Rot über die Straße gelaufen waren. Vor allem Senioren hielten sich nicht an die Regeln.
Eine ganze Armada postiert sich auf der Kölner Landstraße in Düsseldorf. Hipos, Rheinbahner, Mitarbeiter des Verkehrsmanagements und der Zukunftswerkstatt. Ein Trupp von 80 Männern und Frauen in grellen Warnwesten schwärmt zu den 20 Überwegen für Passanten aus, um eine bisher einmalige Überwachungsaktion der Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei zu starten. Sie haben die Fußgänger im Visier.
Radfahrer drängeln im Fußgänger-Pulk
Nach vier Stunden haben die „Verkehrspolizisten” unzählige Passanten gestoppt und ermahnt, die bei Rot über die Straße gelaufen sind, um noch die Bahn zu erreichen, die nicht darauf geachtet haben, ob der Weg über die Gleise frei ist, die nicht den gesicherten Überweg genutzt haben. Angehalten werden auch Radfahrer, die durch den Fußgänger-Pulk drängeln und zum Queren der Gleise nicht absteigen. Unter denjenigen, die sich nicht an die Regeln halten, ist diesmal der Anteil der Senioren wohl am höchsten. „Das hat mich am meisten erschreckt”, berichtet vor Ort Roland Hahn, Vorsitzender der Unfallkommission.
Er hat den Plan für den gestrigen Sondereinsatz ausgeheckt. „Es bringt doch nichts, wenn man nur einen Infostand aufbaut. Man muss massiv Präsenz zeigen, um etwas zu bewirken, um die Verkehrsteilnehmer an ihre Eigenverantwortung zu erinnern, damit sie sich an die Regeln halten.”
Acht Fußgänger starben allein im Vorjahr
Denn immer noch ist im Straßenverkehr der Regelverstoß die Regel. Da machen Fußgänger keine Ausnahme. In diesem Jahr wurden bis September 3088 Fußgänger ertappt (eine Zunahme von über 200 Prozent!). Geahndet wurden aber auch 8050 Verstöße gegenüber Fußgängern (ein Plus von fast 59 Prozent). Der Grund für diese ungewöhnliche Steigerung liegt darin, dass die Polizei deutlich strenger kontrolliert. Dies ist Teil der Sicherheitskampagne „Achtung Fußgänger”, die im März startete, weil allein im Vorjahr 522 Passanten verunglückten, davon acht getötet und 114 schwer verletzt wurden.
Die Kölner Landstraße, wo vier Straßen- und Stadtbahnlinien verkehren, ist ein besonders gefährliches Pflaster. Allein 2008 verunglückten zwischen Werstener Kreuz und Kamper Acker 16 Fußgänger. Und immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen, weil wieder ein Passant das Rotlicht missachtet hat: Am 27. Juli 2006 wird eine 80-jährige Frau angefahren, am 30. Juni 2007 ein zehnjähriger Junge, am 14. Januar 2008 ein elfjähriger Schüler, am 20. Juni 2008 eine 22-jährige Frau.
Warnmelder an Straßenbahn-Gleisen installiert
Beim bisher schwersten Unfall am 11. März in diesem Jahr stoßen zwei Fußgänger mit einer Bahn zusammen. Ein 45-jähriger Mann stirbt, seine 53-jährige Begleiterin erleidet schwere Verletzungen. Dieser tödliche Vorfall war für das städtische Verkehrsmanagement Anlass, die Kölner Landstraße mit neuester Sicherheitstechnik auszustatten.
An allen Gleisübergängen sind akustische Warnmelder installiert. Sobald eine Bahn kommt, ertönt ein Gong. Außerdem wurden Straßenbahn-Piktogramme aufs Pflaster aufgetragen. In den nächsten Wochen werden für 800.000 Euro die Ampeln gegen hellere LED-Leuchten ausgetauscht. Nur die gelben Warnlichter der Rheinbahn haben gestern an einem Übergang nicht funktioniert. „So etwas muss die Rheinbahn uns sofort melden”, mahnt immer wieder Roland Hahn.
Verwarnte kamen ohne Geldstrafe davon
Die verwarnten Fußgänger sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Sie müssen keine Strafe zahlen. „Hauptsache, es setzt eine Bewusstseinsänderung ein”, so Hahn. Dafür ist ein langer Atem nötig. Deshalb wird die Aktion bald wiederholt, das nächste Mal auf der Luegallee.
10:15
Irgendwie gibt es hier zuviele Leser, die gar nicht lesen können. Anders sind solche komplett aus der Luft gegriffenen Vorwürfe in den Kommentaren gar nicht zu erklären?
Was habt Ihr eigentlich alle geraucht, dass Ihr nur das lest, was Ihr lesen wollt, obwohl da ganz was anderes steht?
05:09
Sicher hat sich jeder, auch Fußgänger, an Rgeln zu halten.
Aber gibt es für die Polizei nicht wichtigeres?
Wenn ich mir die Nachrichten so anschaue und sehe, wie viele Straftaten jeden Tag begangen werden, dann denke ich mir, unsere Gesetzehüter sollten doch lieber wieder Verbrecher jagen, anstatt die fehlenden Steuereinnahmen auszugleichen!
01:57
Hehe, ein jeder der gegen die Alten meckert, sollte sich gewiß sein, er ist unwiderruflich auf den Weg in sein eigenes Alter. Grins
Gruß
01:23
Wer nicht hören will muss zahlen, richtig so
23:53
Wieder eine neue Einnahmequelle.
Jetzt werden die Fußgänger abgezockt.
23:27
arm, ärmer, am ärmsten... mehr geht nicht
22:27
Wieviele Hundertschaften mußten jetzt wieder Überstunden machen??
18:29
@ranger:
1) Die Kontrolle ist nicht durch Polizisten durchgeführt worden (steht im Artikel und diversen Kommentaren)
2) In der Altstadt wird durch Polizei und/oder Ordnungsamt massiv gegen Randalierer vorgegangen (merkt man regelmäßig, wenn man da ist)
3) Die von Ihnen als Renterjagd titulierte Maßnahme zur Verkehrssicherheit brachte überhaupt keine Kohle, da in keinem einzigen Fall eine Strafe zu zahlen war, sondern nur Verwarnungen ausgesprochen wurden (steht auch im Artikel)
16:54
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16:45
Ob die polizei auch gegen die Randalierer in der Düsseldorfer Altstadt vorgeht? Oder geht man dann doch lieber auf Rentnerjagd! Ist auch ein bisschen ungefählicher und bringt mehr Kohle