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Polizei verschärft Suche nach Sexualstraftäter

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Hilden/Langenfeld. In den kommenden Tagen erhalten beinahe 300 Männer in Hilden Post von der Polizei. In einer Vorladung vom Kommissariat 11 der Kreispolizeibehörde in Mettmann werden sie aufgefordert, persönlich bei ihrer örtlichen Polizei zu erscheinen. Rechtliche Grundlage für diese nicht ganz alltägliche Maßnahme ist ein vorliegender richterlicher Beschluss des Amtsgerichtes Düsseldorf zur Rasterfahndung, die alle in Hilden gemeldeten jungen Männer betrifft, die den Täterbeschreibungen aus zwei Strafverfahren wegen Vergewaltigungen in Hilden und Langenfeld aus dem Jahr 2014 entsprechen.

60 Männer folgten Vorladung nicht

In einer ersten gleichartigen Aktion waren Anfang Januar schon einmal rund 200 junge Männer aus Hilden von der Polizei angeschrieben und zu einem persönlich Besuch der Polizeistelle aufgefordert worden. Etwa 60 dieser Männer folgten der polizeilichen Vorladung aus unbekannten Gründen nicht und gehören erneut zum Adressatenkreis der aktuellen Vorladung, die für alle Angeschriebenen mit dem Satz endet: „Ich weise Sie vorsorglich darauf hin, dass Sie auf Anordnung der Staatsanwaltschaft bei Nichterscheinen zu einem der vorgenannten Termine auch zwangsweise als Zeuge vorgeladen werden können.“

Hintergrund der Rasterfahndung ist eine brutale Sexualstraftat, die sich am 31. Mai 2014 gegen 3.15 Uhr am S-Bahnhof in Langenfeld-Berghausen ereignete. Die Ermittlungen der Polizei, begleitet von einer Fahndung mit einem Phantombild in örtlichen Medien, auf Plakaten und Handzetteln sowie Straßen- und Hausbefragungen in Tatortnähe, brachten bisher keine Aufklärung. Am 29. September 2014, gegen 10 Uhr, ereignete sich zudem am helllichten Tag eine weitere Vergewaltigung in Hilden-Süd, die der Polizei aber erst Tage später durch einen anonymen Hinweis bekannt wurde. Durch sofort eingeleitete Ermittlungen konnte das bis dahin unbekannte Opfer identifiziert werden, was wenig später zu einem überraschenden Ergebnis führte: Ein im aktuellen Fall gefertigtes Phantombild vom Hildener Täter zeigte überraschend genaue Übereinstimmungen mit dem Bild der nur wenige Kilometer entfernt geschehenen Langenfelder Tat.

Rund 400 Hinweise gingen bei den Befragungen und durch Zeugenhinweise in den folgenden Tagen und Wochen bei der Ermittlungskommission im Kommissariat 11 ein, die unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Frank Pick steht. Nach Angaben der Polizei wurde allen Hinweisen nachgegangen, doch die Ermittlungen führten bis heute noch nicht zum konkreten Tatverdacht gegen eine bestimmte Person.

Auch in einer weiteren Hinsicht haben die polizeilichen Bemühungen und Apelle bisher noch nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. So suchen die Ermittler noch nach dem anonymen Hinweisgeber für die Hildener Tat, der sich zwischenzeitlich zwar mit einem weiteren Schreiben an die Polizei gewandt, seine Identität dabei aber erneut nicht preisgegeben hat. Dieser für die polizeilichen Ermittlungen sehr wichtige Zeuge wird auch weiterhin eindringlich gebeten, sich bei der Polizei namentlich zu melden und bei der Identifizierung des gesuchten Straftäters behilflich zu sein.

Zur Unterstützung der weiterhin laufenden Öffentlichkeitsfahndung hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Düsseldorf bereits im November eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung des gesuchten Straftäters führen. Dieser wird von den Opfern übereinstimmend wie folgt beschrieben: Er soll Anfang bis Mitte 20 und größer als 1,80 Meter sein. Er habe eine stabile bis kräftige Figur, dunkelblonde, kurze Haare und soll Deutsch mit osteuropäisch klingendem Akzent gesprochen haben. Hinweise zur Identität des gesuchten Straftäters nehmen auch weiterhin alle Polizeidienststellen im Kreis Mettmann, insbesondere aber das Kriminalkommissariat 11 der Kreispolizei, rund um die Uhr über die Sonderrufnummer 02104/ 9827129, entgegen.

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2015-01-24 00:11
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