Polizei sucht im Kanalnetz und im Müll
08.01.2008 | 17:52 Uhr 2008-01-08T17:52:00+0100
Die Polizei lässt das Kanalnetz durchsuchen, um Leichenteile des offenbar getöteten Taxifahrers Abaz J. zu finden.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die 52-jährige Ehefrau, ihren Mann in der Oberbilker Wohnung an der Gerberstraße umgebracht, zerstückelt und die Überreste in die Toilette und in den Müll gekippt zu haben. Bisher blieb die Inspizierung der Abwasserrohre erfolglos, berichtete Polizeisprecher Andre´ Hartwich. Bisher konzentrierten sich die Emittler bei der Suche im 1500 Kilometer langen Rohrnetz auf den über zehn Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Tatort an der Gerberstraße und dem Klärwerk Hamm. Das hauseigene Leitungsnetz wurde mit einer Teleskopkamera durchleuchtet. Auf der Gerberstraße stiegen Mitarbeiter des Stadtdentwässerungsbetriebes in den Abwasserschacht hinab, der dort immerhin schon einen Durchmesser von 1,20 Meter hat. Wieder Fehlanzeige. Im Klärwerk Hamm suchte man mit Rechen nach Leichenstücken in den Becken. Aber auch dort fand man nichts. Die Mordkommission „Gerber” geht davon aus, dass die Beschuldigte ihren Mann erstochen oder erschlagen und danach den Toten zerschnitten hat. Möglicherweise sind dem Opfer Beruhigungsmittel eingeflösst worden, bevor es getötet wurde. Die Verdächtige soll versucht haben, die „massiven Blutspuren” zwischen Wohnzimmer und Bad zu verwischen. Außerdem fehlen mehrere Messer aus der Wohnung. Spürhunde nahmen an Mülltonnen des Wohnhauses Leichengeruch wahr. Die Behälter werden jetzt auf DNA-Spuren untersucht. Offenbar wurden in der Nacht zum 19. Dezember Müllsäcke mit Leichenteilen hineingeworfen. Der Abfallbehälter wurde seitdem zweimal geleert, der Inhalt in der MVA Flingern an der Rosmarinstraße verbrannt. Licht ins Dunkel könnte die Verdächtige geben, die sich in ihre Heimat Mazedonien abgesetzt hat. Nur die drei Kinder haben noch Kontakt zu ihr. Staatsanwalt Christoph Kumpa bemüht sich, einen internationalen Haftbefehl zu erwirken. Die Frau steht unter enormen Druck. Sie weiß, dass die Polizei sie für die Täterin hält. Aus Mazedonien darf sie nicht ausgewiesen werden. „Aber vielleicht verlässt sie das Land und stellt sich uns”, meinte Staatsanwalt Kumpa.