Kriminalität
Polizei stoppt Einbruchsserie nach 38 Delikten
31.01.2010 | 09:41 Uhr 2010-01-31T09:41:00+0100
Düsseldorf. Jugendbande zerschlagen: Acht Täter im Alter von 15 bis 22 Jahren wurden auch mit DNA-Spuren und Bildern aus Überwachungskameras überführt. Die zwei als Köpfe der Bande geltenden jungen Männer (15 und 22) sitzen in Haft. 38 Delikte, Beute: 40 000 Euro.
Wie viel kriminelle Energie in diesen acht jungen Menschen steckt, lässt einen schon bei nur zwei kurzen Auszügen aus den Ermittlungsakten frösteln: Einen 60-Jährigen - dass er einen Behinderung hat, sei nur am Rande erwähnt - stoßen die jungen Männer in seiner Wohnung zu Boden und treten nach. Einer 67-Jährigen drohen sie sogar mit dem Tod, um ihr ihre Geheimzahl zur ihrer EC-Karte abzupressen. Später dann zwingen sie die ältere Dame, sich ein Kissen vor ihr Gesicht zu drücken und schließen sie in ihrem Schlafzimmer ein. Sieben Monate lang, von Mai bis November 2009, lässt die Bande Anwohner wie Geschäftsleute von Flingern bis Oberbilk um Raubüberfälle und Einbrüche fürchten.
Alle haben ein ähnliches Profil
Jetzt hat die Polizei die jungen Männer im Alter von 15 bis 22 Jahren überführt. 38 Taten mit einer Beute von insgesamt 40 000 Euro konnte ihnen nachgewiesen werden. Die beiden Haupttäter (15 und 21 Jahre alt) sitzen in Untersuchungs-Haft, der Rest der Bande wird vom Einsatztrupp Jugend kontrolliert.
Dabei haben die Serientäter alle ein ähnliches Profil: Ihre Hauptschullaufbahn verfehlte ihr Ziel, sie stammen aus nordafrikanischen Einwanderfamilien, schon als Kinder zockten sie Jüngere ab. Sie stammen auch alle aus dem gleichen Viertel, hängen am Lindenplätzchen in Flingern ab und zu ihren Vorbildern zählen Leute, wie der große Bruder von einem der Haupttäter Aimen Z. (15), der zurzeit noch ein Jahr Haft wegen diverser Raubdelikte verbüßen muss. Aimen gilt als „erziehungsresistent”, wie Staatsanwältin Jeanette Boldt formuliert. Seit er 12 ist, ist er der Polizei bekannt, durchläuft Erziehungscamps in Spanien und Hamburg, bis ihn die Pädagogen auf- und wieder in die Familie zurück geben. Wieder in Flingern findet er Verbündete, man kennt sich, Disko-Besuche, der Wasserpfeifen-Konsum will finanziert werden, ein geregeltes Einkommen hat keiner der acht jungen Menschen. An Geld kommen sie trotzdem: Sie spähen in den Abendstunden Wohnungen, Büro- und Praxisräume aus, deren Fenster im Erdgeschoss nur auf Kipp stehen und somit leicht zu knacken sind. Mal erbeuten sie dabei Digitalkameras, die auf dem Schwarzmarkt ihre Käufer fanden, mal Schmuck und Mobiltelefone, oft gelang es ihnen aber auch, mit Gewalt an EC-Karten und Geheimnummern zu kommen, mit denen sie dann noch in der Nacht Geld abhoben - und gefilmt wurden. Mit diesen Visitenkarten gelang es der Polizei dann auch, die Bande und ihre Köpfe zu überführen - auch DNA-Spuren von den Tatorten zwangen zumindest einen Teil der Bande zu Teilgeständnissen. Der Rest praktiziert das, was sie schon als Kinder taten: Schweigen.
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