Das aktuelle Wetter Duesseldorf 13°C
Flugsicherheit

Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke

28.07.2010 | 18:33 Uhr
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
Flughafen Düsseldorf: Schon fünf Laser-Attacken auf landende Jets. Foto: ddp

Düsseldorf.In den vergangenen 15 Monaten wurden schon fünf Laser-Attacken auf Flugzeuge verübt, die im Anflug auf den Flughafen Düsseldorf waren. Jetzt wurden drei Männer auf frischer Tat ertappt, nachdem sie einen Urlaubsjet anpeilten.

Sie sehen harmlos aus und könnten mit einem Kugelschreiber, manche auch mit einer Taschenlampe verwechselt werden: Laserpointer. Eigentlich dienen sie nur als Utensilien bei Lichtbildvorträgen. Mit ihrem dünnen Lichtstrahl kann der Referent punktgenau auf die Details zeigen. Doch heute werden diese Laserpointer immer häufiger dafür missbraucht, Menschen zu blenden. Für Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, sind es „Waffen“, mit denen auf Kollegen vor allem bei Landeanflügen gezielt werde.

Seit einem Jahr registriert die Deutsche Flugsicherung eine deutliche Häufung dieser Laser-Attacken auf Flugzeuge. Sprecherin Kristina Kelek weiß von bundesweit durchschnittlich 15 „meldepflichtigen Störungen“ jeden Monat in diesem Jahr. Betroffen ist auch der Düsseldorfer Flughafen. Das Polizeipräsidium registrierte seit April 2009 fünf Laserpointer-Attacken auf landende Jets.

Strafmaß bis zu zehn Jahre Haft

In Düsseldorf selbst wurden die Flugzeuge nicht angepeilt. Die Tatorte waren bisher das Ruhrgebiet und Neuss. Von dort richteten die oft jungen Täter die Pointer auf die Flugzeuge, die sich bereits im Anflug auf Lohausen befanden. Der Lichtstrahl ist so stark, dass er auch bei Entfernungen von vier oder gar zehn Kilometern Piloten noch treffen kann. Wie die Flugsicherung mitteilt, müssen die Piloten möglichst noch vor der Landung den Tower benachrichtigen, damit die Polizei sofort eine Fahndung auslösen kann. „Wir alarmieren die zuständigen Polizeibehörden, aber auch den Hubschrauber, um die Täter noch erwischen zu können, bevor sie ein weiteres Flugzeug anpeilen.“, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Wierich.

Am Sonntag gingen der Polizei gleich drei Täter ins Netz. Gegen 23 Uhr meldeten die Piloten eines aus Fuerteventura kommenden Airbus A 330, dass ihr Flugzeug mit einem Laser angestrahlt wurde. Auch der Polizeihubschrauber, der über Neusser Gebiet fahndete, wurde von einem grünen Strahl getroffen. Der Tatort konnte immer weiter eingeengt werden. Drei Brüder (20 bis 31 Jahre) aus Weckhoven hatten das Lasergerät auf einem Feldweg eingesetzt. Gegen sie wird wegen „gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr“ ermittelt. Das mögliche Strafmaß reicht bei einer Verurteilung von sechs Monaten bis zehn Jahren Freiheitsentzug.

Laserpointer können zu Augenverletzungen bei Piloten und Passagieren führen und die Sicherheit des Fluges gefährden. Handwerg von der Pilotenvereinigung fordert daher, dass Laserpointer unter das Waffengesetz fallen sollen. „Die Blendung durch den Strahl ist sehr intensiv. Sie ist wie eine schlagartige Erhellung des Cockpits“, warnt der Sprecher. In Deutschland seien schon Piloten einige Tage ausgefallen, weil sie danach über Kopfschmerzen klagten. In Amerika hat ein Pilot eine dauerhafte Augenerkrankung durch einen Laserstrahl erlitten und seine Lizenz verloren.

Michael Mücke

Facebook
 
Kommentare
02.09.2010
18:33
Blockierter Kommentar.
von Cuba4712 | #68

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.07.2010
20:36
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von yellowracer | #67

PS: müsste auch bei der F 16 (hat auch noch das alte PAVE PENNY) klappen! Fahrt doch mal nach Spangdahlem und probierts mal aus. Die Jungs werden sich freuen!

29.07.2010
20:28
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von yellowracer | #66

Wer mutig ist, setzt seinen laserpointer mal gegen eine A 10 Thunderbolt ein, die mit PAVE PENNY ausgerüstet ist. Die Antwort kommt schnell und schmerzlos für die Beteiligten. Viel wird da nicht mehr überbleiben.

29.07.2010
16:23
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von KikiMC | #65

Spreche der Zeitung mein Kompliment aus, für die ausserordentlich passende Werbung für Laserpointer weiter unten auf dieser Seite. Das hat mir echt den Tag gerettet.
hahaha

29.07.2010
13:58
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von Onsom | #64

@mspoetnik:

Nun ja, es handelt sich um einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr. Wenn man tatsächlich den Piloten im Auge trifft, ist es Körperverletzung die so schwerwiegend sein kann das der Pilot Arbeitsunfähig ist. Sieht man sich die Rechtslage in anderen Ländern an z.B. Australien (hier kann der besitz von starken Lasern mit bis zu 14 Jahren Gefängnis geahndet werden) so sind die Forderungen an Justiz und Politik nach Konsequenzen nicht ganz unbegründet. Es handelt sich in keinem Fall um eine Bagatelle.

29.07.2010
13:51
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von mspoetnik | #63

Ich bin schon froh,dass es bei den meisten von Euch nicht zum Juristen gereicht hat.

29.07.2010
11:43
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von Onsom | #62

Was im Artikel Fehlt. Es handelt sich nicht um die Bürolaser (Klasse I) sondern um Klasse III Laser. Nur diese haben auf diese Entfernung eine ausreichende Leistung um Schaden anzurichten. Klasse III Laser sollten daher nur an Personen abgegeben werden dürfen, die die Notwendigkeit nachweisen können.

Die Täter ab in den Knast. Da muss mal ein Exempel Statuiert werden, insbesondere da es sich um Erwachsene handelte!

29.07.2010
11:43
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von GesetzestreuerBuerger | #61

@bleiglass: Mord zu verbieten ist kein dumpfes Verbot - pack dir selber mal an den Kopf, und denke drüber nach, was dumpf bedeutet bevor du hier beleidigend um dich schlaegst

Schlag mal im StGB nach: Mord braucht man nicht zu verbieten; Mord IST verboten!

29.07.2010
11:30
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von Ausbilder Schmitt | #60

Man sollte diese Typen solange in ihren Laser gucken lassen, bis sie für den Rest ihres Lebens nur noch grüne Punkte sehen!

29.07.2010
11:09
Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke
von Giftig | #59

Laser Pointer Attacke hört sich natürlich markiger an als es zutrifft. Allerdings geht es nicht um den tatsächlichen Effekt auf die Flugsicherheit, sondern mehr um die Intention der Täter die bereit sind, einen Flieger zu Absturz zu bringen, und sich dann stikum perpissen. Der Vorsatz allein ist dumm und kriminell und muss bestraft werden. Das sind die gleichen Schweine, welche Steine oder Eisenstangen von Autobahnen werfen. Das wird ja auch nicht klein geredet. Flugsicherheit ist ein kompromissloses Thema, woran es nichts zu deuteln gibt. Was die Flugsicherheit als Gefahr darstellt, ist nicht verhandelbar, und muss einfach so hingenommen werden. Gut, dass so ein Blödsinn aufgedeckt wird.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3296989/create

Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Nichtschwimmer stirbt nach Badeunfall
Unglück
Tödlicher Leichtsinn: Das Abtauchen ins kühle Nass an einem sommerlich-warmen Abend kostete einem 36-Jährigen das Leben. Obwohl der Leiharbeiter aus Polen Nichtschwimmer war, sprang er am Sonntag gegen 19.20 Uhr in den Elbsee. Dabei hatte der Mann offensichtlich unterschätzt, dass es hier schon am...
Hohe Waldbrandgefahr in Düsseldorf
Feuerwehr
Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann ausreichen, um einen verheerenden Waldbrand auszulösen. Die Stadt Düsseldorf mahnt deshalb besonders jetzt zum vorsichtigen Umgang mit Feuer im Freien. Bei Verstößen gegen Verbote drohen hohe Strafen.
Text