Polizei sendete 8575 stille Nachrichten

Wenn Polizisten über die erfolgreiche Festnahme eines gesuchten Verbrechers berichten, lassen sie das „wie“ am liebsten weg. Zum einen, weil das Abhören von Telefongesprächen immer einen negativen Beiklang hat. Vor allem aber, weil die Ermittler nur ungern preisgeben, welche technischen – und rechtlichen – Möglichkeiten sie haben. Als etwa der im Betrugsverdacht stehende Kunstberater Helge Achenbach während der Ermittlungen der Essener Polizei voriges Jahr auf Reisen ging, wussten die Beamten dort genau, wann er wo war und mit wem er telefonierte. Und die Terroristen, die 2011 in einer Studentenwohnung an der Witzelstraße an Bomben bastelten, flogen unter anderem auf, weil Fahnder ihre Mails lasen. Wann die Polizei das darf, regelt das NRW-Polizeigesetz.

Im vergangenen Jahr verschickte die Düsseldorfer Polizei 8575 sogenannte stille Kurznachrichten. Die klingeln nicht beim Empfänger und erscheinen auch nicht auf dessen Handy-Display, verursachen aber Datenverkehr beim Mobilfunk-Anbieter. Und über den kann die Polizei herausfinden, wo sich der Angesmste – genauer: dessen Telefon – gerade befindet.

Außerdem kann die Polizei abfragen, welche Handys zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort waren. Das ist in Düsseldorf voriges Jahr 144 Mal geschehen, vor allem bei Ermittlungen im Zusammenhang mit Raub, Betrug und Bandenkriminalität. Auch in einem Erpressungsfall hat die Düsseldorfer Polizei die Funkzellenabfrage genutzt und darüber hinaus auch das einzige Mal im vergangenen Jahr den W-Lan-Catcher eingesetzt, der alle Geräte und Datenströme in einem Netzwerk überwacht.