Polizei findet größtes Waffenlager im Raum Düsseldorf

Die modellhafte Nachbildung der Justitia.
Die modellhafte Nachbildung der Justitia.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
61-jähriger Familienvater hortete Pistolen, Gewehre und tausende Patronen in Eller. Jetzt steht der Mann vor Gericht.

Düsseldorf..  Das vermutlich größte private Warenlager im Raum Düsseldorf hatten Polizisten bei einem 61-jährigen Familienvater in Eller entdeckt. Mehrere tausend Artikel vom Elektrofahrrad bis zur Designerkleidung, vom Jagdgewehr bis zu hochwertiger Elektronik waren in drei Lagerräumen gestapelt. Rund 300 Artikel wurden sichergestellt, allein in einer Doppelgarage fanden Ermittler etliche Schusswaffen und über 4000 Patronen. Beim Amtsgericht kam der 61-Jährige gestern mit 22 Monaten Bewährungsstrafe davon. Er gab zu, mindestens drei der beschlagnahmten Gegenstände von Dieben angekauft, sich damit der Hehlerei schuldig gemacht zu haben.

Keine Beweise für Drogenhandel

Kriegswaffen und kiloweise Kokain seien bei dem Angeklagten zu finden, hatte ein Polizei-Informant behauptet. Doch die Auswertung des hoch aufgetürmten Sammelsuriums in den Lagerräumen des 61-Jährigen ergab keine Beweise für Drogenhandel. So ging es im Prozess nun allerdings um einen Schieß-Kugelschreiber, einen Revolver, zwei Pistolen, mehrere Gewehre und Flinten sowie Waffenteile und tausende Patronen unterschiedlichen Kalibers.

Ein Teil des Arsenals war aus dem Waffen-Tresor eines Einfamilienhauses erbeutet worden, das während einer Sanierung leer stand. Den Ankauf des Diebesgutes (Wert: 8400 Euro) und auch den illegalen Besitz dieser Waffen ließ der Angeklagte über seinen Anwalt bestätigen. Außerdem gab er zu, zwei E-Bikes (3600 Euro) für 30 Euro sowie ein Laptop (499 Euro) angekauft und gewusst zu haben, dass Diebe und Einbrecher seine Lieferanten waren. Im Gegenzug hat das Gericht weitere Vorwürfe eingestellt, wonach der 61-Jährige auch noch hochwertige Designer-Kleidung angekauft habe, die bei einem Kellereinbruch am Kaiser-Friedring-Ring erbeutet wurden.

Da der Angeklagte bisher jedoch unbescholten war, verzichtete auch der Staatsanwalt auf eine Haftstrafe und war mit einer Bewährungs-Chance für den 61-Jährigen einverstanden.