Plastik im Essen - Restaurant-Gast soll 2400 Euro bekommen

Einem Restaurantbesucher in Düsseldorf musste nach einem Besuch in einem Lokal an der Königsallee ein Plastikteil operativ entfernt werden.
Einem Restaurantbesucher in Düsseldorf musste nach einem Besuch in einem Lokal an der Königsallee ein Plastikteil operativ entfernt werden.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Ein Gast bestellte in einem Restaurant in Düsseldorf ein Ricottagericht. Dass darin ein Plastikteil war, merkte erst, als er schon geschluckt hatte.

Düsseldorf.. Weil ihm nach einem Restaurantbesuch an der Düsseldorfer Königsallee ein Plastikteil aus der Speiseröhre entfernt werden musste, soll ein Gast 2400 Euro erhalten. Das hat ein Düsseldorfer Amtsrichter am Donnerstag als Vergleich vorgeschlagen. Darin enthalten sind die Behandlungskosten von 1700 Euro. Der Gast hatte 3700 Euro gefordert. Er habe ein weiches Ricottagericht serviert bekommen und gleich beim ersten Bissen das etwa 2,5 Zentimeter große Teil verschluckt, schilderte der Kläger.

Er habe sich selbst gefragt, wie man ein so großes Teil übersehen kann: "Ich habe den Bissen gegen den Gaumen gepresst, im Mund zergehen lassen und runtergeschluckt." Dann sei ihm sofort anders geworden und er habe zunächst auch eine allergische Reaktion für möglich gehalten.

Plastikteil unter Narkose entfernt

Mit einem Taxi sei er dann sofort ins Krankenhaus gefahren, wo ihm der Fremdkörper unter Narkose entfernt worden sei. Am nächsten Tag habe er Strafanzeige erstattet und zunächst vergeblich versucht, einen Bon für seinen Besuch zu erhalten.

Lebensmittelskandal Der Restaurantbetreiber hatte den Vorfall bestritten: An besagtem Tag sei kein Gast mit Atemnot oder Beschwerden aufgefallen. Es sei auch nicht nachvollziehbar, wie ein so großer Fremdkörper unbemerkt mit einem Löffel in den Mund und in die Speiseröhre gelangt sein könne. Das Plastikteil könne auch nicht aus dem Betrieb stammen.

Doch der Richter schenkte dem Kläger Glauben: Der mache nicht den Eindruck, aus der Sache Geld schinden zu wollen. Außerdem spreche vieles dafür, dass er tatsächlich dort gewesen sei. Beide Seiten bekommen nun etwas Zeit, um über den Vorschlag nachzudenken (Az.: 51 C 12924/14). (dpa)