Peter Kern fordert Heine-Preis ohne Einmischung der Politik
30.05.2012 | 20:58 Uhr 2012-05-30T20:58:00+0200
Düsseldorf. Nach seinem Rauswurf aus der Heine-Jury will Schauspieler Peter Kern am Donnerstag in Düsseldorf einen neuen Vorschlag unterbreiten. Pikant: Er hält einen zusätzlichen Heine-Preis für denkbar. Kern will die Verantwortlichen auffordern, den Preis künftig ohne Einmischung der Politik zu vergeben.
Die Austrian Airlines am Mittwochabend aus Wien landete mit zehnminütiger Verspätung. An Bord: Der Schauspieler und Regisseur Peter Kern (64). Ihn haben CDU und FDP im Stadtrat als Mitglied in der Jury zur Vergabe des städtischen Heinrich-Heine-Preises verhindert. Dazu will sich Kern am Donnerstag äußern. Und auch über das Verhältnis von Kunst und Politik. Dazu ist er extra nach Düsseldorf gekommen. Mit einem großen Journalisten-Aufgebot wird gerechnet.
Bereits im Vorfeld hatte sich Kern kritisch zur Entscheidung von CDU und FDP geäußert: „Die Düsseldorfer Stadtregierung hat mit ihrem Provinztheater nicht Peter Kern abgewählt, sie hat Heinrich Heine abgewählt.“ Kaum zu glauben, dass der schwergewichtige Schauspieler heute weniger zimperlich mit Kritik sein wird.
Nach NRZ-Informationen will Peter Kern die Verantwortlichen in Düsseldorf auffordern, den Heine-Preis künftig ohne Einmischung der Politik zu vergeben. Bisher bestimmt der Stadtrat die Jury-Mitglieder und entsendet auch eigene Vertreter. Die Preisvergabe kann nach Vorstellung von Kern, der mehrere Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus tätig war, beispielsweise das Heine-Institut übernehmen.
Geschieht dies nicht, kann sich Peter Kern durchaus die regelmäßige Verleihung eines „alternativen Heine-Preises“ vorstellen. Das wäre ein Paukenschlag – und ein Frontalangriff auf den städtischen Heine-Preis. Der ist mit 50.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der Stadt Düsseldorf vergeben. Das nächste Mal am 13. Dezember.
12:08
Heinrich Heine würde wohl kaum die ihm wichtigen Werte bei denen sehen.
11:56
Jedoch die alte Frau kann sterben.
Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt - wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.
Und zählen muß ich - Mit der Zahl
Schwillt immer höher meine Qual,
Mir ist, als wälzten sich die Leichen
Auf meine Brust - Gottlob! sie weichen!
Gottlob! durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.
11:55
Heine Heinrich
Nachtgedanken
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen.
Und meine heißen Tränen fließen.
Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.
Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!
Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.
Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.
Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land;
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd ich es immer wiederfinden.
Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann st